WissenschaftJellyfish-Cloud über den USA

Warum ein SpaceX-Start eine leuchtende Quallenwolke über den USA erzeugte

Beim Falcon-9-Start am 13. Oktober bildeten vereiste Abgaspartikel im Sonnenlicht eine glockenförmige Leuchtwolke – von Georgia bis New York sichtbar. Am 19. Oktober gibt es den nächsten Versuch.

anltx Redaktion3 min Lesezeit Mit KI erstellt

Was passiert ist

Am Dienstag, 13. Oktober 2026, startete um 6.33 Uhr EDT eine SpaceX Falcon 9 mit Dragon-Kapsel von Space Launch Complex 40 der Cape Canaveral Space Force Station in Florida. Die NASA führt den Start als 35. Commercial Resupply Services-Mission zur Internationalen Raumstation (ISS). Nach dem Abflug dehnte sich die Abgasfahne in großer Höhe aus und erzeugte eine weithin leuchtende, glockenförmige Wolke mit fädrigen Anhängseln. In Beobachterkreisen wird dieses Erscheinungsbild als "space jellyfish" bezeichnet.

Wie die Leuchtwolke entsteht

Entscheidend ist laut den Quellen die Kombination aus Zeitpunkt und Sonnenlicht: Am Boden war es noch dunkel, die Sonne bestrahlte aber bereits die höhere Atmosphäre. Die Gase dehnten sich in der dünnen Luft stark aus und wurden von den Partikeln zurückgestreut – The Guardian beschreibt es als eine expandierende Abgasfahne, die in der Atmosphäre kristallisierte und Sonnenlicht an gefrorenen Teilchen reflektierte (sinngemäß übersetzt).

Laut Guardian lag der Start 48 Minuten vor Sonnenaufgang. Deshalb ist der Effekt nur bei Starts kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang vollständig von der Erde aus zu sehen – wie auch der Wetter- und Nachrichtensender WKMG aus Orlando erklärt.

Sichtbarkeit und Reaktionen

Weil die Rakete nordöstlich über den Atlantik flog, konnten Bewohnerinnen und Bewohner der östlichen US-Staaten von Georgia bis New York das Spektakel verfolgen. WKMG zeigt Aufnahmen aus Zentralflorida sowie aus Roanoke, Virginia. Die NASA veröffentlichte Fotos des Phänomens auf X; dort finden sich unter den hunderten Antworten Aufnahmen von Beobachtern aus mehreren Bundesstaaten.

Was die Dragon-Kapsel transportiert

Die NASA nennt mehr als 6.300 Pfund Nutzlast an Versorgungsgütern und Hardware. An Bord befinden sich das letzte Paar der ausrollbaren Solararrays der Station, die deren Stromsystem vervollständigen; die Astronauten sollen sie bei Weltraumspaziergängen im Herbst montieren. Dazu kommen Versuche zur Herstellung künstlicher Netzhäute in Schwerelosigkeit, 3D-Modelle aus Herzgewebe für spätere Medikamententests, Materialien zur Glasbildung in Schwerelosigkeit sowie Gehirn-Organoiden, die Ansatzpunkte für die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose liefern sollen.

Nächste Gelegenheit

Für Montag, 19. Oktober, ist ein weiterer Falcon-9-Start vom selben Startplatz geplant. Das einstündige Startfenster öffnet um 6.30 Uhr EDT, gut eine halbe Stunde vor dem Sonnenaufgang um 7.01 Uhr. Die Dragon-Kapsel der aktuellen Mission soll heute, Donnerstag, 15. Oktober, um 11 Uhr EDT autonom am Weltraum-Anschluss des Harmoniemoduls andocken; die NASA überträgt die Annäherung ab 9.15 Uhr. Bis Mitte November bleibt Dragon an der Station, anschließend erfolgt die Rückkehr zur Erde mit einer Wasserung vor Kalifornien.

Was ist noch unklar

  • Zu Höhe, Ausdehnung und Dauer der Wolke machen die Quellen keine Angaben.
  • Zu Sichtungen in Europa oder Deutschland äußern sich die Quellen nicht; dokumentiert sind Beobachtungen aus US-Bundesstaaten.
  • Das Trend-Schlagwort nennt Kanada – kanadische Sichtungen kommen in den Quellen nicht vor.
  • Ob der Start am 19. Oktober wie geplant stattfindet, ist offen; die Quellen enthalten dazu keine weitergehende Auskunft.

Quellen

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