WissenschaftHyperschalltests aus der Luft

Starfighters Space: Erste Flugkomponenten für Hyperschall-Tests aus der Luft

Die US-Firma baut zwei modulare Testkörper unter ihre F-104-Flotte. Klassische Windkanäreichen für Hyperschallprogramme zu kurz – einen Starttermin für ihr Raketenprogramm nennt das Unternehmen nicht.

anltx Redaktion3 min Lesezeit Mit KI erstellt

Was passiert ist

Die US-Firma Starfighters Space hat die ersten Flugkomponenten für ihr wiederverwendbares Lufttestprogramm "Wind Tunnel in the Sky" fertiggestellt. Die Teile wurden unter einem Produktionsvertrag von der italienischen Robby Moto Engineering S.R.L. (RME) gefertigt und sind unterwegs zur Unternehmensbasis am NASA-Kennedy Space Center in Florida, wo sie zu zwei modularen Unterflügel-Flugkörpern montiert werden sollen. Die Mitteilung erschien am8. Oktober 2026 über PR Newswire.

Was die Testkörper können

Die Flugkörper sind 3,65 Meter lang und 178 Millimeter im Durchmesser. Ihr Formfaktor entspricht einem erprobten militärischen Luftstartfahrzeug und ist damit für die bestehenden Unterflügelanschlüsse der F-104 passend. Austauschbare Nasenteile, Heckbaugruppen, Flossenvarianten und Nutzlastfächer sollen es ermöglichen, denselben Rumpf von Mission zu Mission umzubauen.

Einsatzgebiete sind laut Unternehmen das Erproben von Hyperschalltechnik und Materialien, von Sensorik, Avionik, Kommunikations- und elektronischen Kampfsystemen sowie von wissenschaftlichen Nutzlasten in länger anhaltenden Schwerelosigkeitsbedingungen.

CEO Tim Franta dazu sinngemäß übersetzt: "Der Abschluss unserer ersten Flugkomponenten ist ein wichtiger Schritt beim Aufbau der Fähigkeiten, die unsere langfristige Geschäftsstrategie tragen." Der Testkörper solle "Tests über längere Zeiträume im Mach-2-plus-Flug ermöglichen – also über die nur sekundenlangen Läufe klassischer Windkanäle hinaus".

Piercarlo Ciacchi, Leiterin des Flugbetriebs und Chefpilotin, sinngemäß übersetzt: "Weil wir eine erprobte aerodynamische Konfiguration nutzen, können wir uns auf Nutzlastintegration, Flugtests und Missionsausführung konzentrieren, statt einen völlig neuen Außenrumpf zu entwickeln."

Warum Testzeit knapp wird

Klassische Bodenwindkanäle bleiben laut dem Text unverzichtbar, ihre Läufe dauern aber nur Sekunden. Luftgetragene Plattformen, die Mach2 und darüber mehrere Minuten halten, echtes Wetter und Vibration erzeugen und am Folgetag wieder fliegen können, verkürzen deshalb Entwicklungszyklen. Laut der eingebetteten Marktstudie von MarketsandMarkets soll der Markt für Hyperschallflug von 782 Millionen US-Dollar im Jahr 2023 auf 1.154 Milliarden bis 2030 wachsen, entspricht5,7 Prozent jährlich – getrieben von Verteidigungsmodernisierung.

Dass Geld in die Erprobung fließt, zeigen die Quartalszahlen der genannten Rüstungskonzerne: Kratos meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 458,8 Millionen US-Dollar (+30,5 %, organisch +19,1 %), einen Auftragsbestand von 2,084 Milliarden US-Dollar und hob die Jahresprognose auf 1,750 bis 1,810 Milliarden. L3Harris kam auf 5,9 Milliarden US-Dollar Umsatz (+8 %), 7,3 Milliarden Auftragseingang und einen Rekord-Rückstand von 42 Milliarden.

Was neu ist

Bisher war "Wind Tunnel in the Sky" ein Konzept. Jetzt existiert die erste Serie realer Flugkomponenten, gefertigt von einem externen Partner. Die Fertigung bei RME, deren AVIO-Abteilung in Casalmaggiore Präzisionsteile für Hochleistungsflugzeuge produziert, stärkt die Verbindung nach Europa: mehrere Starfighters-Flugzeuge wurden früher bei der italienischen Luftwaffe eingesetzt, in der Ciacchi F-104 flog.

Die nächsten Schritte

Nach der Montage in Florida durchlaufen die Testkörper laut Unternehmen Ground-Handling- und Aufbereitungsabläufe, Integrationstests am Flugzeug und Tests mitgeführter Flugkörper ("captive carry"); danach sind kundeneigene Missionen vorgesehen.

Was ist noch unklar

Für keinen dieser Schritte nennt Starfighters einen Termin. Auch zum STARLAUNCH-Luftstartsystem, dessen Entwicklung die Erfahrungen aus dem Programm unterstützen sollen, gibt es weder Startdatum noch Nutzlast oder Zielorbit. Angaben zu Kundennamen, Testdauern und Verträgen fehlen ebenfalls. Die Marktprognose ist eine Erwartung des zitierten Analysehauses, kein Messwert. Alle Angaben zu Flugkörpern und Ablauf stammen aus einer Unternehmensmitteilung.

Quellen

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