SRSF1: US-Forscher finden Gen, das Altern in Mäusen deutlich bremst
Was passiert ist
Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Harvard Medical School und des Whitehead Institute in den USA hat nach eigener Darstellung ein Gen identifiziert, mit dem sich gealterte Zellen wieder verjüngen lassen. Die Studie erschien am 14. Oktober (Ortszeit) in der Fachzeitschrift „Nature Aging". Es handelt sich um das Gen SRSF1.
Die Forschenden selbst beschreiben den Fund als wichtigen Fortschritt (sinngemäß übersetzt): Das langjährige Ziel sei gewesen, die Aktivität bestimmter Gene in gealtertem Gewebe zu regulieren, um die gesunde Lebensdauer zu verlängern.
Die Ergebnisse im Detail
SRSF1 verarbeitet die genetischen Informationen, die eine Zelle für die Proteinproduktion benötigt. Getestet wurde an zwei Modellen: kultivierten menschlichen Hautzellen und Mäusen.
In den kultivierten Hautzellen ging nach Aktivierung des Gens das zelluläre Altern zurück, Entzündungssignale nahmen ab und die Reparatur geschädigter DNA verbesserte sich. Die Zellen gewannen jugendliche Eigenschaften zurück, ohne ihre eigentliche Funktion zu verlieren.
Für den Tierversicht nutzten die Forschenden einen viralen Vektor und injizierten das Gen in die Leber alter Mäuse. Der Vektor erreichte vor allem die Leber, die Wirkung zeigte sich laut Studie jedoch im gesamten Körper: Der körperliche Verfall schritt 44 Prozent langsamer voran als bei nicht behandelten Kontrolltieren, die mediane Überlebenszeit lag um 14 Prozent höher.
Wie die Forschenden das Gen gefunden haben
Zunächst entwickelten sie eine KI, die anhand der Aktivität von Genen in menschlichen Hautzellen das biologische Alter der Zellen einschätzt. Anschließend wurden einzeln jene Gene aktiviert, denen eine Wirkung auf das Altern zugeschrieben wurde, und gemessen, wie stark sich die Zellen verjüngten.
Als Kontext nennen die Quellen Shinya Yamanaka, dessen Technik zum Zurückversetzen reifer Zellen in einen frühen Zustand mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2012 ausgezeichnet wurde. Limit sei dabei gewesen, dass eine zu starke Aktivierung der vier beteiligten Gene Zellen ihrer Funktion berauben und das Krebsrisiko erhöhen könne.
Warum das relevant ist
Die Leserfrage zielt auf Gene, die das Altern verlangsamen, und auf eine Anti-Aging-Therapie. Die Studie liefert zu beidesem einen Datenpunkt, aber keine Therapie: SRSF1 ist kein Wirkstoff und kein Fertigarzneimittel, sondern ein Gen, das im Versuch über einen Vektor in Zellen und Tiere eingebracht wurde. Zellen und Mäuse sind keine Menschen – die Übertragbarkeit auf den Menschen ist mit den vorliegenden Daten nicht belegt.
Bemerkenswert ist der Ansatz, die Genauswahl an eine KI zu binden. Er liefert einen Kandidaten, der die genspezifischen Nachteile der vollständigen Umprogrammierung vermeiden soll: Die Zellen behielten ihre Funktion, statt in einen unreifen Zustand zurückgesetzt zu werden.
Was noch unklar ist
Die Quellen enthalten keine Angaben zu Nebenwirkungen beim Menschen, zu Dosis, Dauer oder Wiederholbarkeit der Wirkung. Zum Krebsrisiko von SRSF1 – bei den Yamanaka-Genen wird es als Limit genannt – machen die Berichte keine Aussage. Auch zu Zeitplan, Kosten oder einer möglichen Verfügbarkeit in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gibt es keine Angaben.
Wie es weitergeht
Die Quellen nennen zwei noch zu entwickelnde Techniken: die sichere Übertragung des Gens in das gewünschte Gewebe und die Kontrolle des Aktivitätsgrades. Die Industrie richte demnach ihre Aufmerksamkeit auf den Sicherheitsnachweis der Gen-Zuführungsplattformen. Weitere Schritte oder Termine werden nicht genannt.
Quellen
- 늙은 세포를 다시 젊게… 노화 늦추는 유전자 찾았다 - 조선비즈biz.chosun.com
- 노화 진행 44% ↓…하버드대가 찾아낸 '젊음의 유전자'news.sbs.co.kr
- “인류의 난제 드디어 해결되나”… AI 노화 속도 늦추는 유전자 발견mk.co.kr
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