Space Shuttle und SR-71: Die Mach-25-Zahl richtig gelesen
Eine alte NASA-Zahl erlebt eine Renaissance
Aktuell werden wieder die schlagkräftigen Geschwindigkeitsvergleiche zwischen dem Space Shuttle und der SR-71 Blackbird aufgegriffen, unter anderem bei 19FortyFive und Ground News. Die zugrunde liegenden NASA-Werte sind korrekt, der Vergleich verschmilzt aber zwei völlig verschiedene Dinge.
Die Zahlen aus der NASA-Akten
Ein Shuttle-Orbiter erreichte bei der Rückkehr aus dem niedrigen Erdorbit rund 17.500 mph und damit knapp unter Mach 25. Eine shuttle-typische NASA-Faktenliste nennt die Orbitalgeschwindigkeit mit 17.321 mph, das Fahrzeug operierte in Höhen zwischen etwa 115 und 386 statute Meilen, andere NASA-Unterlagen sprechen von ungefähr 115 bis 400 Meilen.
Beschleunigt wurde nach dem Abwurf der Feststoffbooster: Die Haupttriebwerke trieben das Fahrzeug in etwa sechs Minuten von rund 3.000 auf über 17.000 mph. Ein Triebwerkflugzeug wie die SR-71 kann dieses Profil nicht annähern, weil es dabei nicht gegen den Luftwiderstand arbeitet wie ein Düsenjet.
Während der Rückkehr lief kein Triebwerk. Der Orbiter glitt ohne Schub, Flügelform und Rumpfkontur übernahmen die aerodynamische Führung bis zur Landung mit rund 215 mph – etwa das Tempo eines modernen Verkehrsflugzeugs.
Zwei Rekorde, nicht einer
Die NASA beschreibt die SR-71 als Flugzeug für Mach 3.2, also mehr als 2.200 mph, bis in85.000 Fuß Höhe, und nennt sie das schnellste und höchstfliegende in Serie produzierte Flugzeug der Welt. Sie startete am 22. Dezember 1964 und blieb danach mehr als drei Jahrzehnte im aktiven Einsatz und als Testträger. Ihren offiziell gemessenen Höchstwert erreichte sie am 28. Juli 1976 mit rund 2.193 mph. Die NASA betrieb in den 1990ern zwei SR-71 am Dryden-Zentrum für Hochgeschwindigkeitsforschung; der letzte Flug fand am 9. Oktober 1999 auf der Airshow der Edwards Air Force Base statt.
Die SR-71 hält damit den Rekord für anhaltenden, angetriebenen Flug mit atmendem Triebwerk. Mach 25 beschreibt dagegen die Spitzengeschwindigkeit eines Raumschiffs im unangetriebenen Abstieg aus dem Orbit. Beide Aussagen können gleichzeitig stimmen – die Schlagzeile "schnellste Maschine der Menschheit" verschweigt nur die zweite Hälfte.
Warum das für Technikfolgende zählt
Ein Detail aus den NASA-Historienarchiven verleiht der Zahl eine menschliche Dimension: Astronaut Robert L. Crippen war laut NASA der erste und einzige Pilot, der ein Raumfahrzeug manuell von Mach 25 bis zur Landung auf einer Landebahn steuerte – bei STS-2, der zweiten Shuttle-Mission. Viel Raumfahrt verlässt sich dagegen auf automatische Rückkehr- und Landesysteme.
Hinzu kommen die technischen Besonderheiten, die das Programm bis heute zum Referenzfall machen: über 24.000 einzeln nummerierte, handgeklebte Hitzeschutzkacheln auf einem Aluminium-Rumpf, drei wiederverwendbare Haupttriebwerke mit Stufenumsetzung und ein deltaförmiger Flügel, der nach Darstellung von 19FortyFive vor allem vom Air Force gefordert war, um weit vom Orbitspur abzulenken. Insgesamt flogen laut dem Bericht 135 Missionen in 30 Jahren, mehr als 100 Satelliten und drei "Great Observatories" wurden deployt, und die Flotte war das einzige gebaute Fahrzeug, das auch große Satelliten zurückholen konnte. Die Bilanz schließt zwei Katastrophen ein: Challenger am 28. Januar 1986 und Columbia am 1. Februar 2003; Atlantics letzter Flug endete am 21. Juli 2011.
Was bleibt unklar
Die Quellen belegen nicht, welche Shuttle-Bauelemente heute in konkreten modernen Systemen weiterleben – ein direkter Technologietransfer wird nirgends benannt. Ebenso fehlt jede Angabe dazu, wie die aktuelle Hyperschall-Debatte im Jahr 2026 konkrete Nachfolgeprojekte mit Tempi der beiden Fahrzeuge verknüpft. Die Frage nach der bleibenden Relevanz lässt sich aus dem vorliegenden Material also nur inhaltlich, nicht technisch beantworten.
Quellen
Space ShuttleNASASR-71 BlackbirdHyperschallRaumfahrtLuftfahrtgeschichte
Diese Meldung wurde mit KI recherchiert und geschrieben. Fehler gefunden? Schreib uns.