Sonya bringt KI-Upscaling auf die normale PS5: Digital Foundry sieht klare Schärfegewinne
Sony bringt KI-Upscaling auf die Standard-PS5
Sony hat die Technik QSSR (Quick Spectral Super Resolution) für das normale PlayStation 5 ausgerollt. Bisher war diese Form des KI-Upscalings dem PS5 Pro vorbehalten, wo sie unter dem Namen PSSR läuft. Nach Angaben von IGN Brasil hat Sony das Feature vor wenigen Tagen in zwei Titeln aktiviert: Marvel's Wolverine und Ghost of Yotei. Weitere Spiele sind nicht genannt. Die ausführlichen Tests stammen von brasilianischen Portalen, IGN Brasil und Adrenaline.
Was die Technik leistet
QSSR rendert das Spiel in einer niedrigeren internen Auflösung und rechnet das Bild danach hoch. Bis dahin übernahmen auf der Basis-PS5 entweder die Studios selbst oder AMDs FSR 2 und FSR 3 diese Aufgabe. Laut Adrenaline hat Sony dafür ein vereinfachtes KI-Modell entwickelt, das auf die Grenzen des Basismodells zugeschnitten ist.
Die Digital Foundry hat rund sechs Stunden mit beiden Spielen getestet und das Ergebnis „sehr vielversprechend“ genannt (sinngemäß übersetzt, IGN Brasil). Das Bild gewinnt an Schärfe und Stabilität: Details treten klarer hervor, die Hintergrundstruktur flimmert weniger, und bewegte Vegetation zeigt weniger sichtbare Fehler. In Wolverine fällt der Sprung besonders auf – laut IGN Brasil beschreibt die Redaktion ihn als außergewöhnlich, unter anderem mit saubereren Haaren und weniger Artefakten hinter bewegten Elementen. In Ghost of Yotei ist der Gewinn geringer, weil das Spiel bereits mit FSR 3 gut aussah.
Der Preis dafür ist Rechenzeit. Im Leistungsmodus von Wolverine benötigt QSSR laut IGN Brasil 1,5 bis 1,8 Millisekunden mehr pro Bild als der Skalierer des Studios beim Umrechnen von 864p auf 1440p – bei gleicher interner Auflösung bedeutet das 8 bis 10 Bilder pro Sekunde weniger. Im Fidelity-Modus sind es rund 4,4 Millisekunden gegenüber 2 Millisekunden für PSSR auf dem PS5 Pro. Richard Leadbetter von Digital Foundry hält 1440p deshalb für die passende Auflösung. Sony-Grafik-Ingenieur Daniel Craig bestätigt das: Spiele würden die interne Auflösung je nach Grafikmodus anpassen, um Bild und Leistung auszubalancieren.
Was neu ist – und was nicht
Neu ist, dass KI-Upscaling ohne dedizierte KI-Beschleuniger läuft. Das PS5 Pro arbeitet mit einem Chip aus RDNA-3- und RDNA-4-Elementen, bietet laut Adrenaline bis zu 300 TOPS für KI-Rechnungen und nutzt dafür INT8-Befehle. Das Basismodell basiert auf RDNA 2, kommt laut Adrenaline auf rund 20 TOPS und muss in FP16 rechnen. QSSR belegt dabei die regulären Compute Units und konkurriert mit dem eigentlichen Rendering.
Nicht neu ist die Qualität: Digital Foundry betont, dass zwischen QSSR und PSSR eine „signifikante Unterschied“-Lage besteht – sinngemäß übersetzt bleibt das so: QSSR ist nicht so gut wie PSSR. Auch Haarkanten bleiben körnig, schnelle Vegetationsbewegung zeigt weiterhin Artefakte.
Warum das für wen wichtig ist
Für Besitzer der Basis-PS5, die ihre Spiele mit 60 fps und möglichst hoher interner Auflösung fahren wollen, kann QSSR den Kompromiss aus Schärfe und Bildrate verbessern. Laut Adrenaline verlängert die Technik damit die Nutzungsdauer des günstigeren Konsolenmodells in einer Zeit, in der ein Hardwarewechsel teuer ist. Wer bereits ein PS5 Pro besitzt, hat mit PSSR die bessere Variante.
Für PC-Spieler ist der Test ebenfalls aufschlussreich: Die PS5-GPU teilt sich die RDNA-2-Architektur mit AMDs Radeon RX 6000, etwa der RX 6600. Weil dort KI-Beschleuniger fehlen, muss AMD FSR 4 für diese Karten vereinfachen – bessere Bildqualität ist möglich, der klassische Doppelgewinn aus Bild und zusätzlichen Bildern pro Sekunde bleibt laut Adrenaline aber fraglich.
Was noch unklar ist
Die Quellen nennen kein genaues Veröffentlichungsdatum und keine offizielle Liste weiterer unterstützter Spiele. Auch zu Verfügbarkeit, Preis und möglicherweise einer Einführung in Europa, Deutschland oder Österreich machen die Berichte keine Angaben. Ob und wann bereits veröffentlichte Spiele nachgerüstet werden, ist offen. Digital Foundry will die Technik in weiteren Titeln sehen, bevor sie abschließend bewertet wird.
Wie es weitergeht
Sony hält die Nachrüstung für unaufwendig: Titel, die bereits PSSR einsetzen, könnten QSSR mit einigen Tagen Anpassungsarbeit übernehmen, bereits veröffentlichte Spiele ließen sich „relativ einfach und risikoarm“ aktualisieren (sinngemäß übersetzt, IGN Brasil). Digital Foundry schlägt dafür Alan Wake 2, Avatar: Frontiers of Pandora und Assassin's Creed Shadows vor.
Quellen
PS5QSSRDigital FoundrySonyUpscalingPS5 ProGhost of YoteiMarvel's Wolverine
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