WissenschaftWasser von Anfang an?

Oxford-Studie: Die Zutaten für Wasser könnten von Anfang an im Erdmaterial gesteckt haben

In Meteoriten fand ein Oxforder Team Wasserstoff, der nicht durch Verunreinigung erklärbar ist – ein Hinweis darauf, dass Wasser Teil des Planeten von Anfang an war.

anltx Redaktion2 min Lesezeit Mit KI erstellt

Worum es geht

Ein Team um Tom Barrett vom Department of Earth Sciences der University of Oxford hat eine Klasse von Meteoriten untersucht, die als Enstatit-Chondrite bezeichnet werden. Ihre Zusammensetzung ist laut Studie nahezu identisch mit den Materialien, aus denen sich die Erde in ihren frühen Stadien zusammensetzte – vor rund 4.550 Millionen Jahren. In diesen Gesteinen fanden die Forschenden einen Hinweis, der die Frage nach dem Ursprung des Wasseres auf der Erde in eine neue Richtung dreht: natürlich vorhandenen Wasserstoff, dessen Existenz sich nicht durch eine äußere Kontamination erklären lässt.

Wasserstoff ist eines der beiden Elemente, aus denen Wasser besteht. Damit wären in den Ausgangsmaterialien der Erde die Voraussetzungen für die Bildung von Wasser grundsätzlich vorhanden gewesen.

Die gängige Erklärung gerät ins Wanken

Jahrzehntelang gehörte zu den führenden Hypothesen, dass Kometen und Asteroiden, die in der Frühphase der Erdgeschichte einschlugen, das Wasser durch ihre Einschläge mitbrachten. Die Oxforder Untersuchung schlägt stattdessen eine andere Erklärung vor: Nicht die Frage, was der Erde Wasser zuführte, steht im Mittelpunkt, sondern die Frage, aus welchem Material die Erde überhaupt entstand. Deren Bestandteile könnten von Anfang an eines der für Wasser notwendigen Elemente enthalten haben.

Veröffentlicht wurde die Arbeit in der Fachzeitschrift Icarus. "Diese Untersuchung liefert entscheidende Belege für die Theorie, dass das Wasser auf der Erde endogen ist", sagte Barrett (sinngemäß übersetzt). Der Erde wäre demnach mit den nötigen Zutaten für Wasser geboren worden – also wären Ozeane, Atmosphäre und letztlich Leben nicht zwingend auf eine spätere Lieferung aus dem All angewiesen.

Was das für andere Welten bedeutet

Falls die Bausteine der Erde bereits den benötigten Wasserstoff enthielten, wäre die Frage nach Wasser auf fremden Planeten nicht allein auf irdische Verhältnisse beschränkt. Andere Gesteinsplaneten, die aus ähnlichen Ausgangsmaterialien entstanden sind, könnten ebenfalls über die Zutaten zur Wasserbildung verfügen, ohne auf Einschläge von außen angewiesen zu sein. Für die Suche nach Leben außerhalb unseres Sonnensystems könnte es damit sinnvoll sein, die frühen Materialien solcher Planeten zu untersuchen, um ihre Möglichkeiten für Wasser und Leben abzuschätzen.

Was noch unklar ist

Die Quellen nennen weder den Veröffentlichungszeitpunkt der Studie noch die Anzahl der untersuchten Meteoriten oder die eingesetzten Messmethoden. Auch bleibt die Frage offen, wie aus dem nachgewiesenen Wasserstoff tatsächlich Wasser in größeren Mengen entstand – die Studie liefert nach eigener Formulierung Hinweise, die einen endogenen Ursprung stützen.

Quellen

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