WissenschaftArtemis II: Monddaten der NASA

NASA veröffentlicht 800 Gigabyte Monddaten von Artemis II

Mehr als 11.000 Bilder, 8,5 Stunden Audiomitschnitte und von der Crew kommentierte Aufnahmen: Die NASA hat den Monddatensatz der Artemis-II-Mission freigegeben – erstmals seit der Apollo-Zeit überwiegend von Menschen erfasst.

anltx Redaktion3 min Lesezeit Mit KI erstellt

Die NASA gibt den Monddatensatz von Artemis II frei

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat die wissenschaftlichen Daten ihrer Mondmission Artemis II veröffentlicht. In einem Blog-Beitrag vom 7. Oktober 2026 kündigt sie an, dass der vollständige Datensatz der Mission in das Planetary Data System (PDS) hochgeladen wurde – ein öffentliches Archiv für Planetenmissionen, das ausdrücklich für die weltweite Wissenschaftsgemeinschaft und die Öffentlichkeit gedacht ist. Damit stehen die Daten auch in Deutschland und Österreich ohne Hürden zur Verfügung.

Was in den Datensatz steckt

Mehr als 800 Gigabyte Monddaten, ein Teil davon zuvor unveröffentlicht, sind nun im Archiv abrufbar. Enthalten sind:

  • mehr als 11.000 Bilder und Videos der Mondoberfläche in voller Auflösung, aufgenommen von den Handkameras der Besatzung sowie von den Kameras des Orion-Raumschiffs,
  • 8,5 Stunden Audiomitschnitte der wissenschaftlichen Beobachtungen der Crew,
  • von den Astronauten handschriftlich kommentierte Bilder.

Zusätzlich hat die NASA drei Publikationen veröffentlicht: den Artemis II Preliminary Lunar Science Report, den Artemis II Lunar Science Operations Report und den Artemis II Lunar Science Data User Guide. Letzterer erklärt technisch, wie der Wissenschaftsplan entwickelt und umgesetzt wurde. NASA bezeichnet den Datensatz sinngemäß übersetzt als "reif für Erforschung und Analyse".

Einschlagsblitze auf der dunklen Mondoberfläche

Im Mittelpunkt der Aufnahmen steht der sechste Flugtag am 6. April 2026, der Mondvorbeiflug. Durch die Flugbahn der Orion-Kapsel entstand dabei eine Sonnenfinsternis, der dunkle Mond verdeckte die Sonne. Drei Besatzungsmitglieder notierten auf einer Tablet-Aufnahme Einschlagsblitze und deren Positionen – Reid Wiseman und Victor Glover in Blau und Grün, der kanadische Astronaut Jeremy Hansen in Rot. Die NASA hat die Blitze als kleine Gesteinsfragmente bestätigt, wenige Zoll groß, die mit hoher Geschwindigkeit auf die Oberfläche einschlugen. Mit bloßem Auge sichtbar waren sie nur während der Finsternis.

Warum das ein Sonderfall ist

Nach Angaben der NASA ist es der erste planetenwissenschaftliche Datensatz, der überwiegend von Menschen erfasst wurde, seit mehr als einem halben Jahrhundert. Die Crew – Wiseman, Glover, Koch und Hansen – hatte dafür in Kursräumen, Simulatoren und Geländeübungen Mondgeographie, Geologie und Beobachtungsmethodik trainiert. Ihre Entscheidungen über Ziele, Farbwahrnehmung und erkennbare Veränderungen an der Oberfläche ergänzen die Aufnahmen der Apollo-Astronauten und derRoboter-Sonden. Laut NASA fließen die Informationen bereits in die Planungen für Artemis III und darüber hinaus ein.

Was ist noch unklar

Die Quellen nennen keine konkreten wissenschaftlichen Befunde aus der Auswertung: weder die Anzahl der Einschläge noch deren Größenverteilung oder Häufigkeit. Offen bleibt, wann und wo peer-reviewte Publikationen erscheinen und welcher Anteil der Daten bereits ausgewertet vorliegt. Auch zu einer Beteiligung portugiesischer Forschender oder Institute enthalten die Quellen keine Angaben – der Datensatz ist allerdings weltweit zugänglich.

Wie es weitergeht

Die NASA hat parallel die Ausschreibung für die "2027 Human Lander Challenge" zur Kommunikation auf dem Mond geöffnet. Die Datenauswertung selbst läuft über das Archiv PDS, wo die NASA die Veröffentlichung weiterer Auswertungen angekündigt hat.

Quellen

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