FRB 20240304B: Rekord-Distanz für schnelle Funkblitze bestätigt Spielplatz für Magnetare
Ein Funkblitz mit Rekord-Distanz
Ein Team um Manisha Caleb von der University of Sydney in Australien hat den bislang entferntesten schnellen Radioburst (FRB) nachgewiesen: FRB 20240304B. Das Signal wurde ausgesandt, als das Universum erst rund drei Milliarden Jahre alt war, und benötigte anschließend mehr als zehn Milliarden Jahre bis zu irdischen Antennen. Die Arbeit erschien am 8. Oktober 2026 im Fachjournal Science (Caleb et al., DOI: 10.1126/science.adz2675); zuvor war der Fund im Juli 2025 auf einer Tagung in Montreal erstmals vorgestellt worden, registriert wurde er am 4. März 2024.
Mit einer Rotverschiebung von 2,148 verdoppelt der Burst den bisherigen Rekord mehr als eins zu eins. Der Vorläufer stammt vom ASKAP-Teleskop in Australien und hatte eine Rotverschiebung von rund 1,016 gemessen. Nach Darstellung der Forschenden "kartiert" der neue Fund FRBs in eine Epoche, die sie als "kosmischen Mittag" bezeichnen, also in die Zeit der schnellsten Sternbildung in der Geschichte des Kosmos.
Aufgenommen in Südafrika, lokalisiert mit dem Webb-Teleskop
Den Impuls registrierte das Suchprogramm MeerTRAP mit MeerKAT, einem Verbund aus 64 Parabolantennen im Karoo in der Nordkap-Provinz Südafrikas. Das Team um Ben Stappers von der University of Manchester durchsucht die Daten in Echtzeit nach einzelnen hellen Pulsen; dieser Burst war mehr als 100-mal so hell wie das Hintergrundrauschen, seine Position ließ sich im Sternbild Eridanus auf weniger als eine Bogensekunde eingrenzen.
Ein erster Entfernungs-Hinweis steckte im Signal selbst: Ein gemessener Verzögerungswert von rund 2458 Einheiten zeigt, dass die Radiowellen durch enorme Mengen ionisiertes Gas zwischen Galaxien gewandert sind. Für eine echte Entfernung brauchte es jedoch die Heimatgalaxie. Eine Stunde Tieffbelichtung am Keck-I-Teleskop auf Hawaii und Infrarotbilder vom MMT in Arizona blieben ergebnislos — das Objekt war selbst für die größten Boden-Teleskope zu dunkel.
Deshalb beantragte das Team Webb-Zeit. Die Nahinfrarot-Kamera NIRCam erfasste rund 0,3 Bogensekunden neben der Burst-Position ein schwaches Objekt der 28. Magnitude; eine statistische Prüfung ergab eine Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent, dass der Impuls von dieser Galaxie stammt. Das Nahinfrarot-Spektrometer NIRSpec wies Wasserstoff- und Sauerstofflinien nach, deren Streckung durch die kosmische Expansion die Rotverschiebung 2,148 ergab.
Eine unerwartete Muttergalaxie
Statt einer großen, ausgereiften Galaxie fanden die Forschenden einen schwachen Zwerg mit nur rund zehn Millionen Sonnenmassen an Sternmasse — etwa ein Tausendstel der erwarteten Größe. Seine Elemente schwerer als Helium liegen bei nur 10 bis 20 Prozent der solaren Werte, und der größte Teil seiner Sterne dürfte innerhalb von etwa 30 Millionen Jahren entstanden sein, deutlich schneller als bei vergleichbaren Galaxien üblich.
Caleb dazu sinngemäß übersetzt: "Wir erwarteten eine große, schön geformte Galaxie voller Sterne." Stappers sinngemäß: "Diese Muttergalaxie sticht in unserem gesamten Galaxien-Sample heraus. Und sie entspricht in keiner Weise unseren Erwartungen."
Warum das für die FRB-Forschung zählt
FRBs sind seit der ersten Entdeckung 2007 eines der größten offenen Rätsel der Astronomie pro Tag im
Quellen
- 100億年前の宇宙から届いた謎の信号、観測史上最遠の高速電波バーストを検出forbesjapan.com
- 最遠の高速電波バースト、地球より古い信号が距離記録を2倍に更新ja.martincid.com
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