WissenschaftSuche nach besserem Leben

Forscher: Die Erde ist nicht der beste Planet für Leben – bessere Welten werden gesucht

Größere Planeten um K-Zwergsterne sollen bessere Lebensbedingungen bieten als die Erde. Bestätigt ist bislang nichts – Teleskope ab 2027 sollen gezielt danach suchen.

anltx Redaktion3 min Lesezeit Mit KI erstellt

Erde ist nicht der beste Ort für Leben

Forschende gehen zunehmend davon aus, dass die Erde nicht die einzige – oder gar die beste – Möglichkeit für Leben im Universum ist. Der Anfangspunkt liegt in einem Fachartikel von René Heller und John Armstrong aus dem Jahr 2014: Statt ausschließlich erdähnliche Exoplaneten zu suchen, müssten Astronomen Welten ins Visier nehmen, die für Organismen sogar bessere Bedingungen bieten könnten als unser Heimatplanet. Diese sogenannten superbewohnbaren Welten ("superhabitable worlds") sind bislang eine Hypothese – ein einziger Kandidat ist nicht bestätigt.

Was suchende Planeten ausmachen soll

Nach den in den Quellen zusammengefassten Kriterien wären solche Welten etwa 20 bis 30 Prozent größer als die Erde und hätten ungefähr die doppelte Masse. Aus der stärkeren Gravitation würde eine dickere Atmosphäre folgen, was wärmere und stabilere Klimazonen verspricht. Ein größerer Eisenkern könnte ein kräftigeres Magnetfeld erzeugen und damit vor schädlicher Strahlung aus dem All schützen. Hinzu kämen große flache Meeresbereiche, Seen und Inseln – auf der Erde gelten solche Ökosysteme als besonders artenreich, weshalb eine größere Ausdehnung dieser Lebensräume mehr Biodiversität ermöglichen soll.

Warum K-Zwergsterne im Fokus stehen

Besonders interessant sind Planeten um sogenannte K-Zwergsterne: kleinere, kühlere und stärker orange leuchtende Sterne, die ihren Brennstoff deutlich langsamer verbrauchen als unsere Sonne und daher über Zehntausende von Milliarden Jahren relativ stabil scheinen. Ein Vergleich liefert die Dringlichkeit: Forschende schätzen, dass die Erde in rund 500 Millionen Jahren zu heiß für komplexes Leben werden könnte. Um K-Zwergsterne dagegen wäre das Zeitfenster deutlich länger.

Kressepflanzen unter künstlichem Sternenlicht

Einen ersten experimentellen Hinweis lieferte die Astrobiologin Iva Vilovic. In einem Berliner Labor zog sie Gartenkresse unter künstlichem Licht, das das Spektrum eines K-Zwergsterns nachbildet. Die Pflanzen wuchsen unter dem orangefarbenen Licht schneller und höher als bei simuliertem Sonnenlicht, was darauf hindeutet, dass Photosynthese unter solchen Bedingungen funktionieren könnte. Vilovic arbeitet inzwischen am Leibniz-Institut für Astrophysik in Deutschland. Sie fordert im Gespräch mit der "New York Times" (sinngemäß übersetzt), dem Licht solcher Sterne bei der Suche nach außerirdischem Leben mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Wann die Suche konkret startet

Die eigentliche Entdeckungsarbeit soll über Teleskope laufen. Die ESA-Mission PLATO ist zum Start im Jahr 2027 vorgesehen und soll auch größere Gesteinsplaneten um K-Zwergsterne identifizieren; Heller ist an der Mission beteiligt und erwartet mehrere vielversprechende Kandidaten. Anschließend wären die Atmosphären zu untersuchen – das James-Webb-Weltraumteleskop könnte ebenso hinzugezogen werden wie dasExtremly Large Telescope, das in Chile gebaut wird. Für die 2040er-Jahre ist außerdem das Habitable Worlds Observatory der NASA eingeplant.

Was ist noch unklar

  • Kein bestätigter Fall: Alle beschriebenen Merkmale sind theoretisch; die Erde bleibt der einzige Planet mit nachgewiesenem Leben.
  • Begriffliche Uneinheit: Die Quellen sprechen von "superbewohnbaren Welten", France 24 spricht von "Super-Earths" – ob damit dieselbe Kategorie gemeint ist, geht aus den Quellen nicht hervor.
  • Erreichbarkeit: Die Leserfrage nach einer möglichen Reise zu solchen Welten wird in den Quellen aufgeworfen, aber nicht beantwortet. Sicher ist nur: Sie liegen außerhalb unseres Sonnensystems; zu Flugzeiten, Antrieben oder Generationenschiffen finden sich keine Angaben.
  • Offene Detailfragen: Welche Gase würden auf biologische Aktivität hindeuten und wie stärkere Gravität die Körperevolution beeinflusst, bleibt laut Quellen unbeantwortet.
  • Bedingungen sind kein Beweis: Selbst günstige Voraussetzungen bedeuten nicht, dass sich tatsächlich Leben entwickelt hat.

Die Forschung ist international verteilt – das Pflanzenexperiment fand in Berlin statt, die entscheidende Mission PLATO wird von der ESA betrieben, die größten geplanten Beobachtungsinstrumente stehen in Chile und den USA.

Quellen

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