El Niño auf Rekordkurs: OMM sieht +3,7 °C Anomalie im Pazifik
Der Pazifik soll so heiß werden wie nie gemessen
Die Weltmeteorologieorganisation (OMM) hat am 8. Oktober eine Aktualisierung veröffentlicht, die für die Monate Oktober bis Dezember eine durchschnittliche Temperaturanomalie von +3,7 °C in der Region Niño 3.4 vorausgesagt. Nach Angaben der OMM wäre dieser Wert der höchste jemals registrierte Wert für diesen Index, sofern er tatsächlich eintritt. Die Organisation warnt zusätzlich, dass die Oberflächentemperaturen im zentralen und östlichen tropischen Pazifik Werte ohne Präzedenzfall erreichen könnten.
Eine NOAA-Aktualisierung vom selben Tag, über die das chilenische Magazin El Mostrador berichtet, weist für die drei Messfenster unterschiedliche Werte aus: +3,9 °C in Niño 1+2 vor den Küsten Perús und Ecuadors, +3,0 °C in Niño 3 und +2,1 °C in Niño 3.4. In einzelnen Sektoren des östlichen äquatorialen Pazifiks lagen die Oberflächentemperaturen bereits mehr als 4 °C über dem Mittel; unter der Wasseroberfläche summieren sich die Anomalien auf mehr als 10 °C.
Warum das neu ist
Bereits im Juli hatte Chiles meteorologische Dienst (DMC) eine 63-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine starke Kategorie im Zeitraum November bis Januar berechnet. Inzwischen sind die großen Vorhersagezentren einig, dass sich El Niño weiter verstärkt und seinen Höhepunkt rund um Dezember 2026 erreicht. Aus einem damals noch möglichen Szenario ist damit ein erwarteter Spitzenwert geworden.
Was den Zyklus antreibt
El Niño ist Teil der El Niño-Southern Oscillation (ENOS) und beschreibt eine warme Phase, in der die Oberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik über den üblichen Werten liegen. Nach Angaben der chilenischen Katastrophenschutzbehörde Senapred verändert dies die Niederschlags-, Temperatur- und ozeanographischen Bedingungen in verschiedenen Teilen der Welt. Dass alle drei Messzonen gleichzeitig warm sind, zeigt laut El Mostrador: Die Erwärmung ist kein eng begrenztes Phänomen, sondern umfasst eine riesige Fläche des Pazifiks, in der das Wasser seit Monaten Wärme speichert.
Was das für Chile bedeutet
Für Chile nennt Senapred zwei gegenläufige Effekte: In den Zonen Mittelchiles und Mitte-Süd kann El Niño die Niederschläge und die Temperaturen im Winter erhöhen, im nördlichen Altiplano kann er im Sommer反而 zu einem Wasserdefizit beitragen. Die DMC warnt jedoch vor zu simplen Schlüssen: El Niño sei kein Schalter, der Regen über Chile einfach einschaltet. Die Madden-Julian-Oszillation und die Antarktische Oszillation können die Bedingungen von Monat zu Monat verändern, und ein Saisonprognose beschreibt Durchschnittstrends – keine konkrete Unwetterlage.
Ergänzend nennt El Mostrador eine neu untersuchte-polynye in der Antarktis von rund 90.000 km², die erstmals im Satellitenzeitalter auftauchte.
Chile und Erdbeben: kein Zusammenhang belegt
Bei jeder Erdbebenserie in Chile wird El Niño als Ursache vermutet. Nach den Angaben von Senapred und dem US Geological Survey, die das chilenische Portal El Observatodo zusammenführt, gibt es dafür keine belastbaren Belege. Die Beben entstehen an der Subduktionszone zwischen Nazca- und Südamerikanischer Platte; der USGS betont zudem, dass es keine wissenschaftlich validierte Methode gibt, um Zeitpunkt, Ort und Magnitude eines具体 Erdbebens vorherzusagen.
Deutschland, Energie und Preise
Keine der ausgewerteten Quellen bezieht sich auf Deutschland, auf Energiepreise oder auf Warenpreise in Deutschland. Belastbare Aussagen für Leserinnen und Leser in Deutschland lassen sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Die Vorhersagezentren erwarten den Höhepunkt um Dezember 2026; der relevante Saisonzeitraum ist November bis Januar. Die OMM hat angekündigt, dass die Anomalien im zentralen und östlichen tropischen Pazifik noch nie beobachtete Werte erreichen könnten.
Quellen
El NiñoENOSKlimaChilePazifikOMMNOAA
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