HardwareCXMT greift das Server-DRAM an

CXMT will Server-DRAM mit 4F²-Zellstruktur noch 2026 ausliefern

Der chinesische Speicherhersteller CXMT kündigt eine neue Zellstruktur für Server-DRAM an und zieht bei den Kursen von Samsung, SK Hynix und Micron kräftig die Zugrichtung. Was das für PC- und Notebook-Speicher bedeutet, sagen die Quellen nicht.

anltx Redaktion3 min Lesezeit Mit KI erstellt

Was angekündigt wurde

Der größte chinesische Speicherhalbleiterhersteller CXMT (ChangXin Memory Technologies) will noch in diesem Jahr ein Speichermodul für Server vorstellen, das auf der sogenannten 4F²-Technologie basiert. Konzernchef Zhang Kanwei sagte das am 10. Oktober auf einer Konferenz in Shanghai; bekannt wurde die Ankündigung am 12. Oktober über das Hongkonger Medium South China Morning Post. Laut Unternehmen handelt es sich um eine für Enterprise-Server ausgelegte DDR5-RDIMM der nächsten Generation. Konkrete Spezifikationen und ein genaues Erscheinungsdatum nennt CXMT nicht.

Was hinter der Technik steckt

4F² ist eine Zellstruktur für DRAM: Sie verkleinert die Fläche der kleinsten Speicherzelle gegenüber dem heutigen Standard 6F² um rund 30 Prozent und steigert damit die Speicherdichte pro Wafer. Entscheidend ist, dass der Transistorkanal dabei von horizontal nach vertikal gedreht wird – South China Morning Post spricht sinngemäß übersetzt von einer "grundlegenden Veränderung", weil der Kanal nicht mehr waagerecht, sondern senkrecht verläuft. CXMT hat dafür nach eigener Angabe einen selbst entwickelten VSG-Transistor realisiert, der die bei hoher Dichte auftretenden Leckströme reduziert. Weil die vorhandenen Fertigungsprozesse nicht passen, musste das Unternehmen laut Unternehmensangaben zentrale Prozessschritte neu konstruieren.

Auch die drei großen Speicherhersteller arbeiten an 4F² und verwandten Strukturänderungen. SK Hynix hat eine entsprechende Roadmap bereits im vergangenen Jahr vorgelegt, Samsung zielt laut Bericht auf eine Massenproduktion mit dieser Struktur in DRAM unter 10 Nanometern bis 2028.

Warum die Börse reagiert

Der Markt wertete die Ankündigung als Vorstoß in ein Segment, das bisher von den drei Großen dominiert wird. Der südkoreanische Kursindex KOSPI eröffnete am 13. Oktober 3,10 Prozent schwächer bei 6.186,08 Punkten, Samsung gab 7,49 Prozent, SK Hynix 9,03 Prozent ab. In New York verlor Micron 3,8 Prozent und damit ein drittes Mal in Folge, die SK-Hynix-ADR 4 Prozent, SanDisk 6 Prozent, Seagate 3,8 Prozent und Western Digital 2,6 Prozent. Nvidia und AMD sanken ein viertes Mal in Folge, was die Quellen allerdings auf eine gesenkte Umsatzprognose von OpenAI zurückführen, nicht auf die Speichernachricht.

Was ist neu

Bislang setzte CXMT auf Produkte für Mobilgeräte, PCs und Elektronik. Mit einem Servermodul rückt das Unternehmen in eine Anforderungsklasse vor, die deutlich mehr verlangt: Dauerbetrieb ohne Unterbrechung, Robustheit gegen Spannungsschwankungen und Kompatibilitätstests mit Hunderten CPU- und Mainboard-Kombinationen. Das Investmenthaus CLSA erwartet, dass CXMTS Anteil an den Auslieferungen von12 Prozent in diesem Jahr auf 14 Prozent im kommenden Jahr steigt. SK-Gruppenchef Cheon Tae-won sagte bei einem Treffen in Shanghai sinngemäß übersetzt, man werde "einfach verfolgt", China komme "mit hoher Geschwindigkeit hinterher".

Was das für PC- und Notebook-Speicher bedeutet

Die Quellen enthalten keine Aussagen zu Preisen für PC- oder Laptop-Speicher, zu Lieferterminen für Konsumentenprodukte oder zur Verfügbarkeit in Deutschland. Das angekündigte Produkt ist ausdrücklich ein Servermodul, nicht ein Desktop- oder Notebook-Speicher. Ein Rückschluss auf Endkundenpreise lässt sich aus diesen Angaben nicht belastbar ziehen.

Was ist noch unklar

Offen bleiben Fertigungsrendite, Stabilität und die Gewinnung von Kunden. Laut TechInsights arbeiten die drei großen Hersteller Serverprodukte auf Basis von 10-Nanometer-Klasse-Prozessen der sechsten Generation (1c) in Serie, während chinesische Anbieter zwei Generationen oder mehr zurückliegen sollen. Ein Branchenvertreter sagte sinngemäß übersetzt, es komme am Ende darauf an, wer bei Technologie und Kostenwettbewerbsfähigkeit überzeuge. Die in Aussicht gestellten rund 172.000 Terabit DRAM-Bedarf für Humanoidroboter im Jahr 2030 (heute8.300 Terabit, Counterpoint Research) sind eine Prognose, kein Auftrag.

Wie es weitergeht

CXMT will das 4F²-Servermodul bis Ende 2026 vorstellen. SK Hynix hat seine Roadmap veröffentlicht, Samsung nennt 2028 als Zieljahr für die Massenproduktion mit der Struktur.

Quellen

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