HardwareNeue Tablet-Serie

Amazon stellt Fire-Tablets ein und bringt teurere Alexa-Tablets mit Google Play Store

Amazon ersetzt seine günstigen Fire-Tablets durch drei neue Alexa-Modelle ab 230 Dollar. Die Geräte laufen mit Android, haben Zugriff auf den Google Play Store und integrieren Alexa+ mit Bildschirm-Intelligenz.

anltx Redaktion4 min Lesezeit Mit KI erstellt

Amazon löst Fire-Serie durch Alexa-Tablets ab

Amazon hat am Donnerstag eine neue Tablet-Reihe unter der Marke Alexa vorgestellt und gleichzeitig das Ende der budgetfreundlichen Fire-Produkte angekündigt. Die drei Modelle – Alexa Tablet 12 Pro (12 Zoll), Alexa Tablet 11 (11 Zoll) und Alexa Tablet 8 (8 Zoll) – kosten zwischen 230 und 550 Dollar und sollen ab dem 14. Oktober ausgeliefert werden. Vorbestellungen sind bereits möglich.

Hardware und Software: Aluminium, Android, Google Play

Alle drei Tablets verfügen über Aluminium-Unibody-Gehäuse, hochauflösende Displays und leistungsstarke Prozessoren. Erstmals setzt Amazon nicht mehr auf das eigens angepasste Fire OS und den hauseigenen App-Store, sondern liefert die Geräte mit Googles Android und vollem Zugriff auf den Google Play Store aus. Damit stehen Millionen Apps wie YouTube, Netflix, Gmail oder Google Docs zur Verfügung – eine deutliche Erweiterung gegenüber der bisherigen Fire-Auswahl.

Das Spitzenmodell Alexa Tablet 12 Pro bietet ein 12-Zoll-Display mit 280 PPI, 120 Hz Bildwiederholrate und 3:2-Seitenverhältnis. Es gibt zwei Display-Varianten: ein Standard-Display und eine „Nanomatte“-Version mit entspiegelter Oberfläche, die in Partnerschaft mit Corning per Photolithografie gefertigt wird. Der 4-nm-8-Kern-Chip mit bis zu 16 GB RAM soll fast dreimal so schnell rechnen und neunmal schnellere Grafik liefern wie frühere Amazon-Tablets. Vier Dolby-Atmos-Lautsprecher, Wi-Fi 6E und bis zu 16 Stunden Videowiedergabe runden die Ausstattung ab.

Exklusiv für das 12 Pro bietet Amazon den Pro Pen (USI 2.0, 4.096 Druckstufen, magnetisch andockbar, kabellos ladend) und die Pro Keyboard-Hülle (magnetisch, ohne Bluetooth-Pairing) an, die das Tablet in eine produktive Arbeitsumgebung verwandeln sollen.

Alexa+ im Kern: On-Screen Intelligence und Live Sessions

Die digitale Assistenz Alexa+ ist systemweit integriert. Ein dynamischer Tab auf dem Startbildschirm zeigt personalisierte Empfehlungen an. Neu ist „On-Screen Intelligence“: Auf Wunsch kann Alexa den aktuellen Bildschirminhalt analysieren – etwa Wanderwege vergleichen, Spielpläne in den Kalender eintragen oder Produkte aus Videos auf Amazon suchen. Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert und erfordert ein aktives Opt-in. Ein visueller Indikator signalisiert, wann Alexa den Bildschirm „sieht“.

„Live Sessions“ ermöglichen ein kontinuierliches, freihändiges Gespräch ohne wiederholtes Weckwort. Wer On-Screen Intelligence aktiviert hat, kann dabei auch den Bildschirm teilen, damit Alexa Kontextwechsel in Echtzeit mitverfolgt.

Kindle-Leseerlebnis auf Tablets

Die Kindle-App verwandelt die Geräte in einen „ablenkungsfreien Leseraum“: Benachrichtigungen werden stummgeschaltet, Blaulicht reduziert, die Akkulaufzeit steigt auf bis zu 20 Stunden. Drei Darstellungsmodi (Wärme, Papierton, Graustufen) stehen bereit. Auf dem Nanomatte-Display lassen sich mit dem Pro Pen handschriftliche Notizen und Markierungen direkt im Buch vornehmen, die mit Kindle Scribe und anderen Stifte-unterstützten Geräten synchronisieren.

Strategiewechsel: Weg vom Billigsegment

Laut CNBC markiert die Einführung einen signifikanten Strategiewechsel. Amazon verkaufte Hardware bisher oft nahe der Herstellungskosten, um Dienste wie Prime Video, Kindle Unlimited oder den Webshop zu pushen. Unter CEO Andy Jassy rückt die Rentabilität des Gerätegeschäfts in den Fokus: Bereits 2023 wurden teurere Echo-Lautsprecher eingeführt und für Nicht-Prime-Mitglieder ein Alexa+-Abo fällig. Das 550 Dollar teure 12 Pro liegt nun preislich näher an Apples iPad (449 bis 1.199 Dollar) als am bisherigen Fire HD 10 (155 Dollar).

Amazon dementiert, dass gestiegene Speicherpreise den Preissprung treiben; Gerätechef Panos Panay räumte jedoch ein, der Mangel habe die Entwicklung „ziemlich knifflig“ gemacht. Die Fire-Serie (10-Zoll, 8-Zoll, zwei Kinder-Versionen) wird nicht mehr produziert, aber noch vier Jahre nach dem letzten Auslieferungstermin unterstützt.

Was ist noch unklar

  • Konkrete europäische Preise und Verfügbarkeitsdaten liegen nicht vor.
  • Ob und wann Alexa+ in deutscher Sprache mit vollem Funktionsumfang (On-Screen Intelligence, Live Sessions) erscheint, ist nicht genannt.
  • Detaillierte Spezifikationen der 11-Zoll- und 8-Zoll-Modelle (Prozessor, RAM, Speicheroptionen, Akkulaufzeit) fehlen in den Quellen.
  • Ob die Pro Pen/Keyboard-Zubehörteile auch in Europa angeboten werden und zu welchen Preisen.

Wie geht es weiter

  • 14. Oktober 2026: Beginn der Auslieferung in den USA (laut Amazon und CNBC).
  • Fire-Tablets: Weitere vier Jahre Support nach finaler Auslieferung (laut CNBC).

Quellen

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