WirtschaftE-Mobilität / Laden

XPeng X9 lädt an 400-kW-Säulen nur mit 240 kW – Infrastruktur limitiert 800-Volt-Architektur

Chinesischer Luxusvan verspricht 542 kW Ladeleistung, erreicht im Test aber nur 240 kW. Hohe Ströme überhitzen Kabel, Lkw-Säulen funktionieren besser.

anltx Redaktion2 min Lesezeit Mit KI erstellt

XPeng X9 verfehlt Ladeversprechen an Standard-Schnellladern

Der chinesische Elektrovan XPeng X9 wirbt mit einer maximalen Ladeleistung von 542 kW. Im Test von FOCUS online erreichte das Fahrzeug an einer 400-kW-Säule jedoch nur 240 kW. Die Ladekurve bleibt dabei ungewöhnlich stabil: Auch nach 80 Prozent Ladestand liegt die Leistung noch über 100 kW, statt wie bei vielen Modellen stark abzufallen.

Hohe Spannung erfordert extreme Ströme

Laut Leserkommentaren unter dem Testartikel (Quelle 3) lädt der Akku des X9 mit rund 650 Volt. Um die versprochenen Spitzenleistungen zu erreichen, wären Ströme von über 600 Ampere nötig. Die meisten öffentlichen 400-kW-Säulen sind für solche Ströme nicht ausgelegt – die Kabel überhitzen, woraufhin die Leistung frühzeitig gedrosselt wird.

Lkw-Ladesäulen als Workaround

Ein YouTube-Tester (Nyland) konnte den X9 bis über 70 Prozent SOC mit knapp 400 kW laden – allerdings nur an Lkw-Schnellladern. Diese sind für höhere Dauerströme konstruiert. An herkömmlichen Pkw-Säulen fiel die Leistung nach kurzem Spitzenwert wieder stark ab.

Keine gezielte Bremse für chinesische Fahrzeuge

Das Problem liegt nicht an einer „deutschen Bremse“ für chinesische Autos, sondern an der Diskrepanz zwischen der 800-Volt-Architektur des X9 (die hohe Ströme für hohe Leistung braucht) und der verbreiteten Säulentechnik. Auch in China seien Säulen mit 542 kW Realleistung selten, merken Leser an.

Was ist noch unklar

  • Ob künftige Software-Updates das Lademanagement verbessern können
  • Wie sich wiederholtes Laden mit extremen Strömen auf die Akku-Lebensdauer auswirkt
  • Wann flächendeckend Säulen verfügbar sind, die 600 A dauerhaft liefern

Wie geht es weiter

Keine konkreten Termine oder Schritte in den Quellen genannt. Der Ausbau von HPC-Infrastruktur für >600 A läuft branchenweit, aber ohne verbindlichen Zeitplan.

Quellen

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