Teure Heizsaison in Österreich: Heizöl plus 70 Prozent, Wärmepumpe im Vorteil
Ein teurerer Winter für die meisten Haushalte in Österreich
Österreichs Haushalte gehen in dieser Heizsaison nach Angaben der Kronen Zeitung fast durchweg mit höheren Kosten in die kommenden Monate als im Vorjahr. Besonders stark trifft es Öl- und Pelletheizungen, auch bei Gas und Fernwärme wird es teurer. Eine Ausnahme ist Strom: Wer eine Wärmepumpe mit Preisgarantie betreibt, kann demnach sogar entlastet werden. Wie stark die Mehrkosten ausfallen, hängt laut der Zeitung vom Heizsystem und teilweise vom Wohnort ab.
Heizöl: der stärkste Preissprung
Am härtesten trifft es die rund 400.000 Haushalte, die auf „Heizöl leicht“ angewiesen sind. Bei Abnahme von 3000 Litern liegt der Durchschnittspreis für 100 Liter aktuell bei 183 Euro, vor einem Jahr waren es 107 Euro – ein Plus von 70 Prozent. Für einen Durchschnittshaushalt bedeutet das Heizkosten von rund 5500 Euro in dieser Saison. Als Grund nennt die Zeitung die geopolitischen Konflikte und die direkte Anbindung des Heizöls an den internationalen Rohölmarkt.
Pellets und Gas
Bei den rund 250.000 privaten Haushalten mit Pelletsheizung ist der Abstand geringer, aber spürbar: Für ein typisches Eigenheim mit sechs Tonnen kostete Holzpellets im September 2025 noch 313 Euro je Tonne, also 1880 Euro zuzüglich Lieferung. Heuer sind es 419 Euro je Tonne, insgesamt gut 2500 Euro – rund 600 Euro bzw. über 30 Prozent mehr.
Bei Erdgas beziffert die Zeitung die Mehrkosten für einen typischen Gashaushalt mit 15.000 kWh Verbrauch auf rund 150 bis 250 Euro. Zwei Posten sind dafür verantwortlich: Die Arbeitskosten sind laut Energieagentur im August um knapp acht Prozent gestiegen, was einem Durchschnittshaushalt etwa 50 bis 80 Euro bedeutet. Mit einem günstigen Tarif und Bindung entfällt dieser Aufschlag, die gesetzlichen Netzkosten lassen sich aber nicht umgehen. Sie wurden heuer im Österreichschnitt um 18,2 Prozent angehoben, je nach Bundesland ein Plus zwischen 60 und 140 Euro.
Fernwärme: fünf bis acht Prozent mehr
Die rund 1,2 Millionen Fernwärme-Haushalte zahlen dieser Winter ebenfalls rund fünf bis acht Prozent mehr als in der Vorsaison, allerdings unterschiedlich je nach Stadt. Die Linz AG hat im August um sechs Prozent erhöht, beim Klima-Fit-Tarif der Wien Energie stieg der Arbeitspreis um etwa acht Prozent. Grob geschätzt sind das sechs bis zehn Euro pro Monat zusätzlich.
Strom und Wärmepumpe als Ausnahmefall
Bei modernen Wärmepumpen mit durchschnittlich 4000 kWh Jahresverbrauch zählen laut Zeitung drei Faktoren: Arbeitspreis, Netzkosten und Elektrizitätsabgabe. Mit einer Preisgarantie – als Beispiel nennt sie den Österreich-Tarif des Verbund – ist mit keinen höheren Kosten zu rechnen. Die Netzkosten entwickeln sich regional gegenläufig: In Salzburg und Wien sanken sie, im Burgenland und in Tirol stiegen sie. Zusätzlich hat die Regierung die Elektrizitätsabgabe von 1,5 auf 0,1 Cent pro kWh gesenkt, das entspricht einer Entlastung von im Schnitt über 50 Euro im Jahr.
Wo Spielraum bleibt, nennt die Zeitung eine konkrete Maßnahme: Wer die Raumtemperatur um ein Grad senkt, reduziert die benötigte Heizenergie um sechs Prozent.
Internationaler Rahmen
Am 14. Oktober wird weltweit der Welttag der Normen begangen, 2026 unter dem Motto „Normen im Dienste der Ziele für nachhaltige Entwicklung – eine gemeinsame Vision für eine bessere Welt“. Im Fokus steht das Nachhaltigkeitsziel 7, bezahlbare und saubere Energie. Ein Beitrag des Vietnam-Portals Vietnam.vn beschreibt, wie internationale Normen einheitliche Anforderungen für Solaranlagen, Windkraftanlagen, Energiespeicher und Elektrogeräte setzen und über Effizienz- und Sicherheitsstandards Kosten senken sollen. Konkrete Zahlen für Österreich nennt dieser Beitrag nicht.
Was ist noch unklar
Ein Veröffentlichungsdatum und ein klarer Stichtag der Preise fehlen. Die Zeitung weist selbst darauf hin, dass der Anstieg im August noch nicht ganz abgebildet war. Die Angaben gelten ausschließlich für österreichische Haushalte – für Deutschland oder die EU enthält die Quelle keine Vergleichswerte, Aussagen zur Verfügbarkeit in Deutschland lassen sich daraus nicht ableiten. Offen bleibt außerdem, wie lange die genannten Preisgarantien laufen und ob einzelne Bundesländer stärker betroffen sind. Und zur Frage nach dem Wechsel der Heizungsart: Investitionskosten, Förderungen, Amortisationsdauer oder Emissionsdaten enthält keine der Quellen – ein Kostenvergleich etwa von Öl auf Wärmepumpe lässt sich daraus nicht aufstellen.
Was als Nächstes ansteht
Ab Jänner 2027 ist laut der Kronen Zeitung mit einer weiteren Anhebung der Netzkosten bei Erdgas zu rechnen.
Quellen
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