Pyrum Innovations senkt Jahresprognose – Pellet-Produktion hinkt hinterher
Prognose für 2026 deutlich reduziert
Pyrum Innovations hat die Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 gesenkt. Das Unternehmen peilt nun Jahreserlöse von 4,2 bis 5,3 Millionen Euro an, nach zuvor 6,5 bis 9,5 Millionen Euro. Das Konzern-EBIT wird mit -10,0 bis -12,5 Millionen Euro erwartet, nach ursprünglich -8,0 bis -10,5 Millionen Euro. Auch die Planung der Gesamtleistung wurde nach unten korrigiert.
Technischer Engpass beim Pellet-Hochlauf
Grund ist der verzögerte Hochlauf der Mahl- und Pelletieranlage am Standort Dillingen. Bis Ende des dritten Quartals erreichte Pyrum in der Spitze 1.250 Kilogramm pro Stunde (1,25 t/h), das avisierte Ziel lag bei 1.650 Kilogramm pro Stunde (1,65 t/h). Sowohl der Mahl- als auch der Pelletierprozess funktionieren isoliert betrachtet planmäßig. Das Material muss sich jedoch zwischen den beiden Prozessschritten zu lange setzen, was die Weiterverarbeitung stark verzögert. Als zusätzlicher Engpass wird der Materialtransport aus den Silos genannt.
Lösung in Sicht: zweite Dosieranlage
Eine weitere Dosieranlage, die den nötigen Setzprozess ermöglicht, wurde bereits im Mai/Juni bestellt und soll Ende November geliefert werden. Sollten bis dahin weitere technische Anpassungen keine zufriedenstellende Lösung bringen, wird diese zweite Anlage installiert. Das Management spricht von einer Verzögerung um wenige Wochen. Für 2027 ergeben sich damit gute Chancen auf einen planmäßigen Produktionslauf und einen kräftigen Anstieg der Erlöse aus der Pelletproduktion.
Aktie reagiert volatil
Nach der Prognosekorrektur vor rund zwei Wochen legte die Aktie zunächst um 1,4 Prozent zu. Am Mittwoch (Stand 12. Oktober) gab sie um 2,4 Prozent auf 28,70 Euro nach, ohne dass ein neuer unternehmensspezifischer Auslöser genannt wurde. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 34,60 Euro. Pyrum nahm an der SME Conference 2026 in Paris teil, dort wurden keine weiteren Neuigkeiten kommuniziert.
Netzwerktreffen ohne operative Relevanz
Am 1. Oktober traf sich die AZuR-Projektgruppe Chemisches Recycling mit mehr als 20 Netzwerkpartnern bei Pyrum in Dillingen. Vereinbart wurden erste Arbeitsschwerpunkte für 2027. Das Treffen und die Arbeitsagenda haben jedoch keine direkte Aussagekraft für Produktionsfortschritt oder zusätzlichen Umsatzbeitrag.
Was ist noch unklar?
- Ob die technischen Anpassungen vor Lieferung der zweiten Dosieranlage doch noch zum Ziel führen
- Konkreter Zeitplan und Konditionen der laufenden Wachstumsfinanzierung
- Ob und wann die avisierte Pellet-Leistung von 1,65 t/h nachhaltig erreicht wird
Wie geht es weiter
- Ende November 2026: Geplante Lieferung der zweiten Dosieranlage
- Geschäftsjahr 2027: Erwarteter planmäßiger Produktionslauf bei gelöstem Engpass
Quellen
Pyrum InnovationsReifenrecyclingCarbon BlackPrognoseAktie
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