Neues Unterseekabel Pisces soll Irland direkt mit dem europäischen Festland verbinden
Neue Verbindung zwischen Irland und dem Festland
Equitix, MDM und Orange haben ein Gemeinschaftsunternehmen für das Projekt Pisces angekündigt. Die neue Gesellschaft PISCES Cable System Limited soll einen Unterseekabel realisieren, das Irland direkt mit dem europäischen Festland verbindet. Das Vorhaben wird über das EU-Programm Connecting Europe Facility (CEF) gefördert, das den Ausbau strategischer digitaler Infrastrukturen zum Ziel hat. Geschäftsführerin der neuen Gesellschaft ist Carine Romanetti.
Länge, Fasern und Landungsstellen
Das Kabel ist mit rund 3.125 Kilometern Länge und 16 Faserpaaren geplant. Es soll Galway (Irland) mit Saint-Hilaire-de-Riez (Frankreich), Sopelana (Spanien) und Carcavelos (Portugal) verbinden. In Spanien will Orange dafür eine neue Landungsstation in Sopelana bauen. Betrieben wird die Strecke als Dark Fiber im offenen Zugang, also zur Nutzung für alle Betreiber.
Vermessung beendet, Genehmigungen laufen
Die marine Vermessung der geplanten Trasse wurde im August abgeschlossen. Sie wurde von Elettra Tlc und Orange Marine durchgeführt, zwei Tochterfirmen von Orange. Damit sitzt der Konzern zugleich an der Gesellschaft und in der Rolle des technischen Dienstleisters. Planung und Genehmigungsverfahren sind in Arbeit, der Einsatz des Kabels ist für 2028 vorgesehen.
Geld und Anschluss an bestehende Systeme
Investiert wird über Equitix Infra Ireland, einen Fonds von Equitix für irische Infrastrukturen in der Entwicklungsphase. Unterstützt wird er vom Ireland Strategic Investment Fund (ISIF), dem Ankerinvestor von Equitix; Orange und MDM beteiligen sich ebenfalls. Das Kabel soll an bestehende transatlantische und internationale Systeme angebunden werden, um europäische Netze mit Partnern weltweit zu verbinden. Als Ziel nennen die Beteiligten die Digitalziele der EU-Strategie Global Gateway.
Warum das für Europa zählt
Nach Unternehmensangaben fehlt es bislang an direkten Routen zwischen Irland und dem europäischen Festland. Gleichzeitig konzentriert Irland nach Darstellung der Quelle zahlreiche Cloud- und Rechenzentrumsbetreiber, darunter große Anbieter von Cloud-Infrastruktur und auf künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen. Eine eigene Querung soll diesen Verkehr direkt an das Festland anbinden.
Valérie Cussac, Direktorin von Orange Wholesale International, sinngemäß übersetzt: "Pisces zeigt dieses Engagement: Dieses Kabel wird Irland, Frankreich, Spanien und Portugal verbinden, um eine vertrauenswürdige Konnektivität auf dem ganzen Kontinent zu stärken."
Was noch unklar ist
Die Quellen nennen weder Investitionssumme noch geplante Kapazität, Betreiberzahl oder Vertragslaufzeiten. Ein Datum für die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens ist nicht genannt, nur die abgeschlossene Trassenvermessung im August. Auch zu Ausfällen bestehender Unterseekabel in Europa, zu Umleitungen oder zur Rolle des Projekts als Reserve enthalten die Quellen keine Angaben.
Quellen
UnterseekabelIrlandOrangeFrankreichGlasfaserEU-InfrastrukturRechenzentren
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