Intels CEO zu chinesischen KI-Modellen: günstige Tokens, schnelle Verbreitung
Was passiert ist
Intels CEO Lip-Bu Tan hat chinesische KI-Modelle als kostengünstig und schnell verbreitet eingeschätzt. Bei einer von der singapurischen DBS-Bank ausgerichteten Podiumsdiskussion am 12. Oktober erklärte er, die Leistung von DeepSeek, Kimi und GLM könne die tatsächlichen Anforderungen des praktischen Einsatzes erfüllen – er nannte die drei Modelle "ausreichend gut" (sinngemäß übersetzt). Das japanische Nachrichtenportal dMenu News berichtet, dass die chinesische Plattform Guancha diese Äußerungen am 13. Oktober unter Verweis auf die Nachrichtenagentur Reuters weitergegeben hat.
Die Aussagen im Detail
Tan sprach laut dem Bericht über mehrere Aspekte:
- Verbreitung und Kosten: Chinesische Spitzentechnologie sei in der Token-Preislage niedrig, ihre Verbreitung laufe "sehr schnell".
- Praxisreife: DeepSeek, Kimi und GLM genügten dem tatsächlichen Bedarf, er seien "gut genug".
- Offene Entwicklung: Tan sagte, er unterstütze Open Source stark und sehe darin den besten Weg, Effizienz zu erhöhen (sinngemäß übersetzt).
- Marktentscheidung: Welches Modell in den unterschiedlichen Anwendungsfällen breiter zum Einsatz kommt, werde der Markt entscheiden.
Was neu ist
Bemerkenswert ist, dass der CEO eines US-Chipkonzerns die chinesischen Modelle namentlich positiv bewertet – und sie nicht nur nach Benchmark-Leistung, sondern nach Kosten und Einsetzbarkeit bewertet. Guancha stellt die Äußerung entsprechend in den größeren Rahmen: Neben der Leistung der Modelle selbst nähmen auch Inferenzkosten und praktische Nutzungseffizienz zunehmend Einfluss auf die Marktentscheidung.
Ergänzend berichtet das japanische 36Kr-Magazin über einen Recherchebericht des US-Forschers Nathan Lambert. Er hatte die Forschungseinheiten von Moonshot AI, Zhipu AI, 01.AI sowie von Alibaba und Xiaomi besucht. Sein Fazit: Chinas Stärke liege nicht nur im Aufholen, sondern in einer auf Engineering ausgerichteten Arbeitskultur, sehr jungen Teams, hoher Kooperationsbereitschaft und konsequenter Eigenentwicklung. In den USA werde demgegenüber die Sichtbarkeit einzelner Forscher stärker belohnt.
Warum das relevant ist
Die Verbreitung dieser Modelle ist messbar: Chinas Nutzerzahl generativer KI lag laut einem auf der CNIRC am 29. September in Peking vorgestellten Bericht zum Stand Juni 2026 bei über 700 Millionen, die Durchdringung über 50 Prozent. Für europäische Leserinnen und Leser ist die Aussage vor allem mittelbar interessant: Sie betrifft die Nachfragefrage nach Rechenleistung allgemein. Über Verfügbarkeit, Preise oder Zulassung der genannten Modelle in Deutschland oder Österreich sagen die Quellen nichts.
Auch über den praktischen Einsatz chinesischer KI außerhalb von Chat-Anwendungen berichtet eine Quelle: Beim dreimonatigen Hackerturnier "Hack One" von Tencent gewann ein Team mit einem System des chinesischen Start-ups Z.ai, während dort Anthropics Claude und OpenAI-Modelle als Maßstab dienten.
Was ist noch unklar
Zu den Token-Kosten nennen die Quellen keine konkreten Zahlen oder Vergleiche. Eine Aussage über die Folgen für den europäischen Chipmarkt oder für Intels eigene Geschäfte enthält Tan nicht. Ebenso wenig ist dokumentiert, was auf der Podiumsdiskussion neben seinen Aussagen besprochen wurde. Das Thema stammt aus einer chinesischen Umfrage, veröffentlicht über ein japanisches Portal – eine japanische oder deutsche Position dazu ist nicht Teil der Quellen.
Quellen
- 「中国製AI」がハッキングでもサイバー防衛でも超優秀なツールである理由 | 情報漏えい被害が拡大するいまこそ知っておきたいcourrier.jp
- インテルCEO「中国の最先端AIモデルはトークンコストが低く、普及は非常に速い」―中国メディアtopics.smt.docomo.ne.jp
- 「スター技術者」の米国 vs「チーム戦」の中国——米研究者が明かした中国AI強さの真相36kr.jp
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