WirtschaftKlimastudie: 25 Mrd. Euro Verlust

Hitzewelle 2026 kostet Deutschland rund 25 Milliarden Euro

Die Allianz beziffert den Produktionsverlust durch die Hitzewellen des Sommers 2026 in Deutschland auf rund 25 Milliarden Euro. Versichert ist bislang nur gut ein Drittel der Klimaschäden.

anltx Redaktion3 min Lesezeit Mit KI erstellt

Was ist passiert

Die Allianz und ihre Tochter Allianz Trade haben erstmals den "Allianz Climate Risk Tracker" veröffentlicht. Die Studie beziffert den wirtschaftlichen Schaden der Hitzewellen im Sommers 2026 für Deutschland auf rund 25 Milliarden Euro. Erfasst wurden dabei 30 europäische Länder. Deutschland liegt damit hinter Italien (28 Milliarden Euro) und vor Frankreich (20 Milliarden Euro). Über alle betrachteten Länder summieren sich die hitzebedingten Verluste 2026 auf 113 Milliarden Euro.

Die Allianz-Versicherungschef Frank Sommerfeld erklärte, die Hitze sei "ein oft unterschätztes Risiko", das Menschen, Infrastruktur und Wirtschaft gleichermaßen belaste und bestehende Gefahren wie Dürre, Waldbrände und Extremwetter verschärfe (sinngemäß übersetzt).

Woher die Verluste kommen

Die Schätzung stützt sich laut Studie vor allem auf eine geringere Arbeitsproduktivität, längere Pausen, krankheitsbedingte Ausfälle sowie einen nur teilweisen Zugang zu Klimatisierung. Die daraus resultierenden Produktions- und Wertschöpfungsverluste schlagen auf das Bruttoinlandprodukt durch.

"Die Hitzewellen des Sommers 2026 sollten die deutsche Wirtschaftsproduktion insgesamt um rund 25 Milliarden Euro mindern", so Milo Bogaerts, CEO der Allianz Trade für Deutschland, Österreich und die Schweiz (sinngemäß übersetzt).

Die Schadensbilanz der letzten fünf Jahre

In Deutschland summierten sich die wirtschaftlichen Schäden durch Extremwetter in den vergangenen fünf Jahren auf rund 50 Milliarden Euro. Der Jahresdurchschnitt liegt damit knapp doppelt so hoch wie im Zeitraum 2000 bis 2019, der Anstieg fällt mit plus 54 Prozent höher aus als im globalen Durchschnitt. Die versicherten Schäden stiegen im gleichen Zeitraum um 80 Prozent auf fast17 Milliarden Euro pro Jahr. Versichert war davon nur 33,5 Prozent (weltweit 32,8 Prozent).

Was neu ist

Die Studie erscheint erstmals und soll zu einem jährlichen Fixpunkt werden. Sie führt zwei neue Kennzahlen ein: den Climate Change Score, der die Veränderung der Klimabedingungen gegenüber 1950 bis 1970 misst, und den Climate Stress Score für die aktuelle Belastung durch Hitze, Dürre und Starkregen. Deutschland liegt bei 175 betrachteten Ländern und Gebieten auf Rang 132 beziehungsweise 134. Deutlich höher fällt die Erhitzung in Norwegen aus: Für 2025 nennt die Studie dort plus 3,74 Grad Celsius gegenüber dem historischen Mittel, den dritthöchsten Wert weltweit.

Wer die Rechnung zahlt

Der Versicherungsanteil von rund einem Drittel wirft die Frage auf, wer den Rest trägt. Antworten liefert ein am16. Oktober 2026 veröffentlichtes Interview mit dem italienischen Physiker und Klimaexperten Mario Tozzi im HuffPost Italia. Er fordert, die ökologische Wende wirtschaftlich nicht auf die Bürgerinnen und Bürger abzuwälzen, sondern vor allem die großen Gas-, Öl- und Kohlekonzerne die Kosten tragen zu lassen. Als Beleg nennt er eine Schätzung des Internationalen Währungsfonds von rund sieben Billionen Dollar an direkten und indirekten globalen Subventionen für fossile Brennstoffe, einschließlich der nicht bezahlten Umwelt- und Gesundheitskosten. Es handelt sich um eine Meinungsäußerung, nicht um eine Aussage der Studie.

Was ist noch unklar

Die 25 Milliarden Euro sind eine Modellrechnung, keine gemessene Zahl; die vollständige Methodik liegt der Studie bei, nicht dem vorliegenden Bericht vor. Offen bleibt, wie sich der unversicherte Anteil auf Unternehmen, Länder und Haushalte verteilt und ob eine Branche oder Region besonders betroffen ist. Die Studie stammt von einem Versicherer und damit von einem Unternehmen mit eigenem Interesse an der Thematik.

Wie es weitergeht

Die Hitze in Europa ist laut Studie überstanden, der nächste Stresstest zeichnet sich bereits ab: Für2027 rechnet die Allianz auf Basis der Temperatureffekte des starken El Niño 2023/2024 mit einem globalen Produktionsverlust von rund 392 Milliarden Euro. Für die EU nennt die Studie netto etwa 21 Milliarden Euro, für Deutschland rund 5,5 Milliarden Euro. Die deutsche Inflation könnte demnach um 0,13 Prozentpunkte, die Lebensmittelinflation um 0,21 Prozentpunkte steigen. Die nächste Ausgabe des Trackers ist für die folgenden Jahre angekündigt.

Quellen

Diese Meldung wurde mit KI recherchiert und geschrieben. Fehler gefunden? Schreib uns. Keine Anlageberatung.

Mehr aus Wirtschaft & Technologie

Alle
WirtschaftSam Altman: RAM in Datenzentren effizien

Sam Altman: RAM in Datenzentren effizienter

OpenAI CEO Sam Altman kritisiert, dass RAM auf PCs nicht genutzt wird. Er schlägt die Nutzung in Datenzentren vor und fordert eine Kooperationsstrategie mit mehreren KI-Modellen.

WirtschaftSam Altman nennt sich 'Ram Altman' nach

Sam Altman wird 'Ram Altman': Nach Kritik an PC-RAM-Aussagen

OpenAI CEO Sam Altman hat sich nach kontroversen Kommentaren zu den globalen Speicherknappheiten auf X als Ram Altman getauft. Er argumentiert, dass Cloud-Datenzentren effizienter sind als die Nutzung von RAM in einzelnen Consumer-Gadgets.

Für Agenten: Aktionen auf dieser Seite
Werkzeug / APIZweck
get_article
GET /api/articles/{article}
Diese Meldung als Daten (Markdown, Quellen)
Konto optional
list_articles
GET /api/articles
Mehr aus dieser Rubrik
Konto optional

MCP: https://anltx.com/mcp · OpenAPI · llms.txt · Diese Seite als Daten: ?format=json