KIStart nur für Pro und Ultra

Gemini 4 Argon startet weltweit – Zugang nur für Pro und Ultra

Google hat Gemini 4 Argon freigeschaltet. Vom Einstiegsabo AI Plus profitieren keine Nutzer, die API-Preise sollen nach dem 30. November steigen.

anltx Redaktion3 min Lesezeit Mit KI erstellt

Google startet Gemini 4 Argon weltweit

Seit Dienstagabend (13. Oktober) schaltet Google den Zugang zu Gemini 4 Argon frei. Das Modell hatte der Konzern Ende September vorgestellt. Im »Intelligenz«-Ranking von Artificial Analysis liegt es ungefähr gleichauf mit GPT-6 Astra. Nach dem Generationssprung auf Gemini 3 ist seitdem fast ein Jahr vergangen; während Anthropic und OpenAI im Frühjahr und Sommer mehrfach mit sehr leistungsfähigen Modellen für Aufmerksamkeit sorgten, war das Netzecho auf Googles neue KI-Produkte kleiner ausgefallen.

Zugang nur über zwei Abostufen

Gemini 4 Argon steht im KI-Modus der Google-Suche und in der Gemini-App bereit, allerdings nur für Kunden von AI Pro und AI Ultra. In der auf KI-Agenten ausgerichteten Plattform Antigravity bleibt das Modell AI-Ultra-Abonnenten vorbehalten. Wer das Einsteigerabo Google AI Plus gebucht hat, geht leer aus; dieser Tarif kostet je nach gewählter Speicherkapazität 4,99 oder 9,99 Euro pro Monat. Dass Google Pro-Modelle aus bestehenden Tarifen entfernt, hatte bei Kunden des Einstiegsabos bereits für Unmut gesorgt. Zur Einordnung der Kosten: AI Pro kostet regulär 21,99 Euro pro Monat, AI Ultra startet bei 99,99 Euro.

Startkosten über die API

Ohne Abo lässt sich Argon über die Gemini-API ansprechen. Zum Start verlangt Google zwei Dollar pro Million Eingabetoken und zehn Dollar pro Million Output-Token.

Wofür Google das Modell bewirbt

Gemini 4 Argon ist Googles neues Vorzeigemodell; mit ihm will der Konzern vor allem im Unternehmenssegment Kunden abjagen. Laut Pressemitteilung zum Start zählen zu seinen Stärken komplexe und praxisnahe Aufgaben in Bereichen wie Programmierung, Finanzen, Recht, Cybersicherheit und Wissenschaft. Unterstützen soll das Modell außerdem Forschungsarbeiten zu Quantencomputing und Kernfusion sowie die Entwicklung von Robotern. Google verspricht zudem direktere Antworten, weniger Wiederholungen, einen sparsameren Einsatz von Klischees und eine zuverlässigere Einhaltung von Stilvorgaben als bei früheren Gemini-Modellen.

Unternehmenszugang und Sicherheitsfragen

Parallel hat Google auf der Veranstaltung »Gemini at Work 2026« einen Gemini-Agenten als universellen Arbeitsagenten gezeigt. Er soll neben Google Workspace auch in Microsoft 365 und Slack zum Einsatz kommen. Kernstück sind sogenannte Coworker-Agenten: Sie erhalten ein eigenes Konto mit E-Mail-Adresse, Kalender und Drive-Speicher, handeln unter eigener Identität und sehen nur die Inhalte, die Kollegen mit ihnen teilen. Über Subagenten erledigen sie Aufgaben über Stunden oder Tage selbstständig; der Agent befindet sich in privater Vorschau. Andrea Sivieri, Chief Product and Technology Officer bei Coreview, rät, die Agenten »sollten als etwas undurchsichtige Kollegen betrachtet werden« – Zugriffsgrenzen, Transparenz und ein Audit-Trail seien unabdingbar.

Was ist noch unklar

Zur Leserfrage: Keine der ausgewerteten Quellen erwähnt eine Portierung des AV1-Decoders libgav1 nach Rust durch Gemini 4 Argon oder einen Performance-Gewinn von rund 2,7-mal. Eine solche Angabe lässt sich mit dem vorliegenden Material weder bestätigen noch widerlegen. Offen bleibt außerdem, wie viele Nutzer Argon nach der Freischaltung tatsächlich erreichen – zu Abonnentenzahlen oder zur praktischen Verbreitung des Modells macht der Bericht keine Angaben.

Wie es weitergeht

Ab dem 30. November sollen die API-Preise steigen: Statt zwei und zehn Dollar will Google dann vier Dollar pro Million Eingabetoken und zwanzig Dollar pro Million Output-Token berechnen.

Quellen

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