HardwareSamsung dreht bei der Chip-Strategie

Galaxy S27 Ultra ohne Exynos: Samsung setzt auf Snapdragon – Kamera und Pro-Modell offen

Samsung soll seine Exynos-Entscheidung für das Galaxy S27 Ultra zurückgenommen haben, im Flaggschiff steckt damit nur Snapdragons. Bei Frontkamera, Preis und einem möglichen Pro-Modell herrscht weiter Unklarheit.

anltx Redaktion3 min Lesezeit Mit KI erstellt

Samsung nimmt die Exynos-Entscheidung zurück

Branchenquellen aus Südkorea berichten, Samsung Electronics habe die Entscheidung umgeworfen, das Galaxy S27 Ultra mit dem eigenen Anwendungsprozessor Exynos 2700 auszustatten. Die Nachrichtenagentur MoneyToday schrieb am 15. Oktober, im Flaggschiff solle ausschließlich ein Qualcomm-Chip verbaut werden. Das Ultra war ursprünglich ohnehin rund um Snapdragons entwickelt worden. Nachdem bei Qualcomms Chip der nächsten Generation ein Fehler aufgetaucht war und die Leistung des Exynos 2700 hinter den Erwartungen zurückblieb, hatte Samsung auf zwei Prozessoren umgeschwenkt. Diese Doppelstrategie ist nun vom Tisch.

Mengen- und Kostenprobleme als Auslöser

Laut dem Bericht erreichte die Produktion des Exynos 2700 zwar mehr als zehn Prozent über dem Vorgängermodell Exynos 2600, die nötigen Stückzahlen für das Ultra ließen sich aber kaum bereitstellen. Ein geprüfter Ausweg – mehr Snapdragon in den Basis- und Plus-Modellen, Exynos im Ultra – scheiterte daran, dass Altbestände als Lager übrig blieben und für das Ultra neue Teile hätten beschafft werden müssen.

Hinzu kommt der Kostendruck durch Speicher: Laut Marktforschungsunternehmen TrendForce stiegen die Vertragspreise für smartphone-taugliches LPDDR5X im zweiten Quartal um 78 bis 83 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im dritten Quartal kam der durchschnittliche DRAM-Verkaufspreis Schätzungen zufolge nochmals um acht bis 13 Prozent hinzu. Vor diesem Hintergrund erschien der Wechsel der Prozessorzusammensetzung im Ultra kaum finanzierbar. Die System-LSI-Sparte verpasst damit die Gelegenheit, den eigenen Chip in ein Spitzen-Smartphone zu bringen.

KI soll Personal im Konzern einsparen

Parallel treibt Samsungs Geräte-Sparte (DX) die Effizienz über den KI-Einsatz (AX) voran. Im Mobilbereich (MX) ist die Vorgabe ergangen, den Arbeitskräfteeinsatz umgerechnet in Vollzeitstellen um 20 Prozent zu senken. Eine frühere Untersuchung, bei der Mitarbeiter ihre Tätigkeiten bis zu einzelnen Arbeitsschritten auflisten sollten, war nach Widerstand unter Beschäftigten abgebrochen worden. Die Heimgerätesparteie (DA) führt seit August einen Ideenwettbewerb namens "DA Geniuses" durch.

Frontkamera vermutlich nur in den Spitzenmodellen neu

ZDNet Korea zitierte am 15. Oktober das Medium GalaxyClub, das einen Tag zuvor berichtet hatte, Galaxy S27 und S27 Plus behielten wahrscheinlich ihre 12-Megapixel-Frontkamera des Vorgängers. Für Ultra und das mögliche Pro-Modell wird dagegen ein 16 Megapixel großer Quadratsensor erwartet, ähnlich wie in Apples iPhone-17-Serie. Trifft die Beobachtung zu, hätten die beiden Basismodelle seit der S23-Serie fünf Jahre in Folge denselben Sensor. Zum Vergleich: Googles Pixel 11 arbeitet in der Basisversion mit 10,5 Megapixeln, die Pro-Versionen mit 42; Apple setzt in der gesamten iPhone-17-Familie auf 18 Megapixel im quadratischen Format.

Gerüchte um ein zusätzliches Pro-Modell

Das asiatischsprachige Portal AsiaToday meldete am 13. Oktober, es gebe Hinweise auf eine vierte Modellstufe neben Standard, Plus und Ultra. Renderbilder des Leakers Ice Universe sind dazu kursiert, eine Bestätigung des Herstellers liegt nicht vor. Zugleich verwies das Medium auf eine vorläufige Erhebung von Counterpoint Research vom 12. Oktober: Samsungs Auslieferungen sanken im dritten Quartal um drei Prozent, die Marktquote von 23 Prozent blieb dennoch führend, Apple folgte mit 22 Prozent. Der Gesamtmarkt schrumpfte um 20 Prozent.

Was ist noch unklar

  • Ob Samsung die Chip-Entscheidung offiziell bestätigt, ist in den Berichten nicht vermerkt; die Angaben stammen aus der Industrie.
  • Existieren, Preis und Funktionsumfang eines Pro-Modells sind unbestätigt.
  • Die Kamerasensoren stammen aus Medienberichten über Leaks, nicht vom Hersteller.
  • Von Preiserhöhungen ist die Rede, belegt sind sie nur in einem Kommentar, der darauf Bezug nimmt.
  • Der genaue Chipfehler bei Qualcomm bleibt unbeschrieben.
  • Ob das Ziel von minus 20 Prozent Vollzeitstellen mit Entlassungen verbunden ist, ist offen.

Wie es weitergeht

Samsung plant die Einführung der S27-Serie für Anfang 2027.

Quellen

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