WirtschaftChinas Speicherriese rückt nach

CXMT will Server-DDR5 mit 4F-Square-DRAM bis Jahresende liefern – Druck auf Samsung und SK Hynix

Der chinesische Speicherkonzern CXMT will bis Jahresende Server-DDR5 auf Basis von 4F-Square-DRAM ausliefern. Die Meldung drückte am 13. Oktober die südkoreanische Börse unter Druck – auch weil Samsung und SK Hynix dieselbe Technik noch nicht in Serie fertigen.

anltx Redaktion4 min Lesezeit Mit KI erstellt

Chinas Speicherkonzern bringt die Börse in Bewegung

Der chinesische Halbleiterhersteller CXMT will noch vor Jahresende Server-Speicher auf Basis einer bislang nicht kommerziellen Zellstruktur ausliefern. Die Nachricht zog am 13. Oktober die südkoreanische Börse ins Minus: Anleger fürchten, dass das Tempo des chinesischen Vorstoßes weiter zunimmt. Ein koreanisches Portal berichtet zugleich, CXMT habe eine neue Halbleiterstruktur entwickelt, mit der sich die Speicherdichte erhöhen lässt, und plane, ein serverbezogenes Speicherprodukt noch im laufenden Jahr auf den Markt zu bringen. Das ausgeschriebene ChangXin Memory Technologies (長鑫存儲) war Ende Juli an die Shanghaier Börse gekommen und war kurzzeitig das wertvollste Unternehmen Chinas.

Worum es technisch geht

Angekündigt hat CXMT laut ZDNet Korea ein Server-DDR5-Modul auf Basis von 4F-Square-DRAM. 4F-Square gilt als Technik der nächsten Generation: Die Transistoren im Inneren der Speicherzelle werden nicht mehr horizontal, sondern vertikal angeordnet; CXMT nennt seine Variante "Vertical Surrounding Gate" (VSG). Die Zahl hinter "Square" beschreibt, wie viel Fläche die spannungsführenden Bauteile in der Zelle beanspruchen – je kleiner die Zellfläche, desto höher die Dichte und damit Leistung sowie Energieeffizienz. Gegenüber der bisherigen 6F-Square-Struktur soll 4F die Zelldichte um mehr als 50 Prozent steigern.

Der Wettlauf mit Samsung und SK Hynix

Mit 4F-Square ziehen die koreanischen Marktführer nach: Samsung entwickelt die Struktur unter dem internen Namen "D0a-V" (VCT, vertikaler Kanaltransistor) mit dem Ziel eines ersten DRAM unter 10 Nanometern, SK Hynix arbeitet dem Bericht zufolge an derselben Technologiegeneration. In Serie gefertigt wird 4F-Square von beiden bislang nicht. CXMT verfolgt einen anderen Weg: Weil das Unternehmen wegen der US-Sanktionen keine EUV-Lithografie einsetzen kann, will es bei der bisherigen DUV-Technik bleiben und stattdessen die Zellarchitektur umstellen.

Choi Jeongdong, Chef-Vizepräsident des Analysehauses TechInsights, sagte in einem schriftlichen Interview mit ZDNet Korea vom 13. Oktober (sinngemäß übersetzt): "Für CXMT, dem es schwerfällt, EUV-Geräte zu beschaffen, kann es langfristig von Vorteil sein, DUV beizubehalten und die Zellarchitektur auf 4F-Square umzustellen." Und weiter (sinngemäß übersetzt): "Die nächsten zwei bis drei Produktgenerationen ließen sich ausschließlich mit DUV realisieren, sodass CXMT in der 14- bis 11-Nanometer-Klasse konkurrieren könnte." Allerdings werde CXMT nach seiner Einschätzung auch jenseits von 11 Nanometern weiterhin EUV benötigen.

Noch kein Prototyp

Von Serienreifen ist CXMT weit entfernt. Die befinde sich laut Choi nicht einmal im Prototypstadium, sondern in der Phase, in der das Entwicklungsteam Datenerhaltung, Leckströme an den Übergängen und Kontaktwiderstände bewertet. Samsung und SK Hynix seien bei DRAM unter 10 Nanometern im selben Stadium. Eine nennenswerte Produktionsmenge mit brauchbarer Ausbeute sei ein eigenes Problem. CXMT hat nach eigenen Angaben mehr als 300 Patente zu 4F-Square angemeldet – nach Choi zählt dabei die Qualität mehr als die Menge; bei 4F hätten Samsung und SK Hynix ebenfalls umfangreiche Patente, ihr Portfolio dürfte nicht zurückbleiben.

Warum das die Branche beschäftigt

Belegt ist die Erwartung, dass der Wettbewerb um hochwertigen Speicher für KI-Infrastruktur durch CXMTs Plan deutlich härter wird. Ankündigt ist Server-Speicher – Auswirkungen auf klassische Desktop- oder Notebook-Produkte nennen die Quellen nicht.

Was ist noch unklar

Konkrete Folgen für die Endpreise von RAM und SSDs in Deutschland lassen sich aus den Quellen nicht ableiten: Es fehlen Angaben zu Preisen für Module oder SSD-Controller, zu Wechselkursen und zur Notierung der SK Hynix-Aktie. Beschrieben wird nur ein Rücksetzer der südkoreanischen Börse am 13. Oktober ohne konkrete Kursangaben. Auch steht offen, ob und wann CXMT das angekündigte Server-DDR5-Modul tatsächlich ausliefert.

Wie es weitergeht

Laut ZDNet Korea will CXMT die Server-DDR5-Module noch in diesem Jahr auf den Markt bringen. Choi rechnet damit, dass CXMT die Entwicklung nächstes Jahr abschließt und dann gegen Ende 2028 einen Prototyp vorliegen könnte – unter der Voraussetzung, dass die laufenden Evaluierungen planmäßig verlaufen. Er weist darauf hin, dass die Hybrid-Bonding-Technik von Anfang an integriert wird, weshalb die Ausbeute die entscheidende Hürde bleibt.

Quellen

Diese Meldung wurde mit KI recherchiert und geschrieben. Fehler gefunden? Schreib uns. Keine Anlageberatung.

Mehr aus Wirtschaft & Technologie

Alle
WirtschaftCoperni Schließt nach Streit mit Tomorro

Coperni Schließt: Streit mit Tomorrow nach offenen Forderungen

Die Marke Coperni schließt ihre Aktivitäten ab, nachdem sie sich mit dem Distributor Tomorrow über offene Zahlungen und Lizenzverträge nicht einigen konnte. Die beiden Gründer teilen in einem Memo, dass die acht Jahre eine kollektive Abenteuer waren.

Für Agenten: Aktionen auf dieser Seite
Werkzeug / APIZweck
get_article
GET /api/articles/{article}
Diese Meldung als Daten (Markdown, Quellen)
Konto optional
list_articles
GET /api/articles
Mehr aus dieser Rubrik
Konto optional

MCP: https://anltx.com/mcp · OpenAPI · llms.txt · Diese Seite als Daten: ?format=json