CXMT bringt 4F²-DRAM für Server – Chinas Speicherhersteller setzt den Großen nach
Was passiert ist
Der chinesische Speicherchip-Hersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) hat auf einer Industriekonferenz in Shanghai „entscheidende Fortschritte“ bei einer neuen Zellarchitektur für Speicherchips gemeldet. Präsident Cao Kanyu erklärte, das Unternehmen wolle bis Ende 2026 ein neues Server-Speicherprodukt auf Basis dieser Struktur auf den Markt bringen. Nach einem Bericht der South China Morning Post arbeitet auch die Konkurrenz – Samsung Electronics und SK Hynix – an ähnlichen Chip-Strukturen. Global Times zufolge soll es sich um ein DDR5-RDIMM-Modul handeln.
Die Technik dahinter
Kern der Entwicklung ist das sogenannte „4F square“-Layout: Jede Speicherzelle belegt dort eine Fläche von vier F², wobei F für die minimale Linienbreite eines Halbleiters steht. Bislang nutzt die Branche mehrheitlich ein 6F²-Layout. Der Wechsel soll die Zelldichte pro Chip um 30 bis 50 Prozent erhöhen, weil mehr Zellen auf einen Chip passen. Als Herzstück nennt CXMT einen „Vertical Surrounded Gate“-Transistor, der Leckströme und Kurzkanaleffekte adressiert und gleichzeitig die Dichte steigern soll. Nach Unternehmensangaben hat CXMT mehr als 300 Patente rund um die 4F²-Architektur angemeldet.
Was neu ist
Bemerkenswert ist vor allem der Zeitplan: Ein Servermodul bis Ende 2026 wurde konkret angekündigt. Hinzu kommt ein aktuellerer Stand des Unternehmens – die LPDDR6-Produkte und die fünfte DRAM-Plattform G5 laufen bereits in Massenproduktion, was auf einen schnelleren Vermarktungszyklus hindeutet. Laut Global Times verschiebt sich der Wettbewerb zudem von Produktiteration hin zu Innovation auf Architekturebene: Chinesische Anbieter „beginnen, anspruchsvollere Anwendungen auf Systemebene zu fordern“, sagt Tian Feng, Präsident des Fast Think Institute. Dass bislang kein Hersteller eine 4F²- oder vergleichbare 3D-DRAM-Roadmap in großem Maßstab kommerzialisiert hat, könnte CXMT einen frühen Vorsprung verschaffen.
Warum das relevant ist
Der Server-Speichermarkt galt lange als Domäne von Samsung, SK Hynix und Micron; das Geschäft von CXMT konzentrierte sich laut Yicai.com bislang auf Unterhaltungselektronik. Der geplante Einstieg zielt also auf ein Segment mit bisher wenigen chinesischen Anbietern. Analyst Ma Jihua erwartet, dass der Schritt anderen DRAM-Produzenten „realen Druck“ make. Vor dem Hintergrund eines wachsenden Marktes wiegt das: Im zweiten Quartal 2026 führte Samsung mit 39 Prozent, es folgten SK Hynix mit 26 Prozent und Micron mit 25 Prozent. CXMT kommt laut Counterpoint Research auf rund zehn Prozent.
Was ist noch unklar
Die gestellte Frage nach der Bedeutung für Speicherpreise in PCs, Smartphones und Servern lässt sich mit diesen Quellen nicht beantworten: Es gibt keine Angaben zu Preisen, zu Auswirkungen auf Endgeräte oder zur Kursentwicklung von Micron oder anderen börsennotierten Speicherherstellern. Auch zu Verfügbarkeit oder Lieferzeiten in Europa enthält das Material nichts. Unklar bleibt zudem, wie belastbar die Dichtegewinne im praktischen Betrieb ausfallen.
Wie es weitergeht
Für das Ende des Jahres ist ein Server-Speichermodul auf 4F²-Basis angekündigt. Ma Jihua nennt die Bedingung dafür, dass CXMT damit die Server-Klasse erreicht: nur wenn die Architektur stabil umgesetzt wird, würden Fertigung und Zuverlässigkeit zeigen, dass die Hürde zu hochwertigem Speicher genommen ist.
Quellen
CXMTDRAMSpeicherchipsMicronServerHalbleiterSamsung
Diese Meldung wurde mit KI recherchiert und geschrieben. Fehler gefunden? Schreib uns. Keine Anlageberatung.