Berkeley-Math-Professor stoppt Hausaufgaben-Markierung
Der renommierte Mathematikprofessor Richard Borcherds hat seine Praxis am Institut für Mathematik der University of California, Berkeley, geändert. Seit Dienstag hat er die Markierung von Hausaufgaben eingestellt. Dies ist eine direkte Reaktion auf den Fortschritt der KI-Technologie und die damit verbundene Unmöglichkeit mehr, zwischen menschlicher Arbeit und maschineller Generierung zu unterscheiden.
Borcherds sagte in einem persönlichen Gespräch, dass er nun keine Möglichkeit mehr habe, die Korrektheit zu überprüfen. "Wenn sich die KI weiter verbessert, gibt es nichts, was menschliche Mathematiker tun können, das sie nicht besser machen kann," erklärte er. Dies sei der erste Mal in der Geschichte, dass eine Disziplin so weit fortgeschritten ist.
Zur Bewertung seiner eigenen Praxis sagte er: "Ich habe keine gute Systematik mehr. Ich markiere nur, wenn ein Student die Hausarbeit einbringt. Das ist nicht sehr gut, aber es gibt keine Alternative." Er konstatierte zudem, dass er sich nicht sicherer sei, ob er Studenten in die Mathematik aufnehmen sollte, da dies vor fünf Jahren als eine der sicherensten Jobsarten galt.
Die Entscheidung wurde getroffen nach dem Bekanntwerden von OpenAI, dass KI-Agenten ein eines der schwierigsten offenen Probleme der Mathematik gelöst haben. Borcherds bezog sich auf diese Entwicklung und sagte: "In wenigen Jahren wird es für uns Mathematiker so sein wie für Handwerker, die durch Webstuhl ersetzt wurden." Er verglich dies mit dem Ende von Handwerkstechniken durch neue Maschinen.
Die Universität hat bereits versucht, KI-Erkennungsmethoden einzuführen. Allerdings haben sie festgestellt, dass diese Tools nicht ausreichen, um eine Standardisierung auf dem Campus zu gewährleisten. Daher gibt es keine direkten Richtlinien für die Verwendung von KI in den Kursen. Die Entscheidung liegt bei den Lehrern selbst.
Borcherds betonte, dass er sich sehr freuen würde, wenn die KI nur dazu dienen sollte, die Arbeit der Lehrer zu erschweren. Er sagte: "Wenn das die schlimmste Sache ist, was KI tun kann, dann bin ich sehr glücklich." Die Entscheidung markiert einen Wendepunkt in der akademischen Praxis, wo traditionelle Methoden an Grenzen stoßen.
Für Leser aus Deutschland und Österreich bedeutet dies eine direkte Veränderung im Bildungssystem, wenn sie sich mit Mathematik oder anderen Disziplinen beschäftigen. Es ist ein Beispiel dafür, wie technologische Fortschritte die traditionellen Lehrmethoden herausfordern.
Quellen
Richard BorcherdsKIMathematikUC BerkeleyHausaufgaben
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