Bank of America hebt Salesforce auf Kauf – KI-Bedenken gegen den Plattformwert adligiert
Was passiert
Die Salesforce-Aktie (Kürzel CRM) ist am Montagvormittag in den USA zeitweise um bis zu fünf Prozent gestiegen. Auslöser ist eine Doppelbewertung der Bank of America: Der Analyst Tal Liani hob die Empfehlung von „Underperform“ auf „Buy“. Grundlage waren Gespräche mit IT-Leitern und anderen Marktteilnehmern.
Die Zahlen der Bewertung
Liani erhöhte sein Kursziel auf 285 US-Dollar von zuvor 160 Dollar, ein Anstheck um 78 Prozent. Das neue Ziel liegt rund 24 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag mit 229,13 Dollar. Kurz vor 10 Uhr US-Ostküstenzeit lag das Papier noch etwa zwei Prozent im Plus. Laut Investor's Business Daily hat die Aktie 2026 bislang 13 Prozent abgegeben.
Warum die Bank ihre Meinung geändert hat
Ausgangspunkt war eine Sorge, die BofA selbst früher formuliert hatte: Wenn Beschäftigte Aufgaben an KI-Assistenten übergeben, könnten sie Salesforce-Programme gar nicht mehr öffnen. Diese Befürchtung hatte zahlreiche Softwarewerte belastet, seit Ende Juni hat sich die Gruppe jedoch deutlich erholt, Salesforce zählt zu den stärksten Titeln.
Liani schrieb in seiner Notiz: „Wenn KI 1.0 das Modell war, KI 2.0 der Agent, dann ist KI 3.0 die Schnittstelle“ (sinngemäß übersetzt).
Nach den Gesprächen mit CIOs kam BofA zu dem Schluss, große Unternehmen würden die Plattformen, in denen Geschäftslogik, Daten, Arbeitsabläufe und Compliance-Anforderungen stecken, voraussichtlich nicht ersetzen. „Wenn überhaupt, sollte KI die Abhängigkeit von diesen Plattformen vertiefen“ (sinngemäß übersetzt). Die Erzählung vom „SaaSpocalypse“ überschätze, wie stark der Verlust einer Bedienoberfläche den Wert einer Plattform mindert.
Was neu ist
BofA ordnet Salesforce vier Schichten zu, die ein Unternehmen für den Einsatz von KI benötigt: Daten (Informatica und Data 360), Anwendungen (Sales Cloud und Service Cloud), Agenten (Agentforce) und die Schnittstelle (Slack, Claudeforce).
Zudem hob die Bank ihre Prognosen an: Das Wachstum bei Subscription- und Support-Umsätzen soll in den Geschäftsjahren 2028 und 2029 bei 10,4 beziehungsweise 10,5 Prozent liegen, zuvor waren es 9,9 und 10,2 Prozent. Als erste Anzeichen einer anziehenden Nachfrage nennt die Notiz ein starkes Wachstum beim Net New Annual Order Value, einer Kennzahl für zugesagte Auftragswerte, sowie schnellere Zuwächse bei Slack.
Was das für Softwarekunden bedeutet
Der Disput ist im Kern eine Frage an jede bestehende Unternehmenssoftware: Wird eine KI-Oberfläche die bisherige Plattform ersetzen – oder läuft sie darauf? Die Antwort der Bank lautet: eher das Zweite, weil die Geschäftslogik und die Compliance-Anforderungen dort verortet bleiben. Für Entscheider ist das ein Argument, vorhandene Plattformen nicht vorschnell für eine KI-Oberfläche umzubauen, weil der Anbieter beide Ebenen aus einer Hand liefert.
Was ist noch unklar
Die Bank sieht als größtes kurzfristiges Risiko, dass Unternehmen KI langsamer einsetzen als erwartet, weil der KI-Umsatz von Salesforce noch klein ist. Die Quellen nennen weder das Datum der Notiz noch konkrete KI-Umsätze. Ebenfalls nicht enthalten: Angaben zu Verfügbarkeit, Preisen oder Kunden in Deutschland, Österreich oder der Schweiz sowie ein Termin für den nächsten Quartalsbericht.
Quellen
SalesforceCRMBank of AmericaKünstliche IntelligenzSoftwareAktien
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