Audi-Absatz bricht um fast 20 Prozent ein – Sparverhandlungen und Stellenabbau drohen
Audi verfehlt Vorjahreswerte deutlich
Die Volkswagen-Tochter Audi hat im dritten Quartal 2026 insgesamt 314.905 Fahrzeuge der Kernmarke an Kunden ausgeliefert. Das entspricht einem Rückgang von 19,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit hat sich der Abwärtstrend spürbar beschleunigt: Im zweiten Quartal hatte das Minus noch bei rund 8 Prozent gelegen. Auf die ersten neun Monate des Jahres gerechnet summieren sich die Auslieferungen auf 1,04 Millionen Einheiten – ein Minus von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
China und USA als Hauptbelastungsfaktoren
Besonders stark fielen die Einbrüche in den beiden wichtigsten Auslandsmärkten aus. In China sanken die Verkäufe in den ersten neun Monaten um knapp ein Viertel auf 328.042 Fahrzeuge. In den USA verzeichnete Audi ein Minus von 17,3 Prozent auf 128.749 Autos. Als Gründe nennt das Unternehmen den harten Wettbewerb und den schwächelnden Markt in China sowie die US-Zölle, die Audi besonders treffen, da der Hersteller – anders als BMW – keine eigene Produktion in den Vereinigten Staaten unterhält. Hinzu kommen Modellwechsel bei den Volumenmodellen A1 und Q2, die den Rückgang aktuell verstärken.
Europa und Deutschland leicht im Plus
Ein Lichtblick bleibt das Heimatgeschäft: In Europa legten die Auslieferungen in den ersten neun Monaten um 1,3 Prozent zu, in Deutschland sogar um 1,8 Prozent. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2023 hatte Audi noch knapp 480.000 Fahrzeuge ausgeliefert – rund die Hälfte mehr als im aktuellen Berichtszeitraum.
Elektroauto-Absatz ebenfalls rückläufig
Auch bei den Elektrofahrzeugen zeigt die Kurve nach unten. Weltweit wurden seit Jahresbeginn 143.748 E-Autos verkauft, 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Bild ist jedoch uneinheitlich: Während die Verkäufe in den USA um fast 90 Prozent einbrachen und in Europa außerhalb Deutschlands um 12,5 Prozent sanken, stiegen sie in Deutschland um fast zwei Fünftel und in China auf niedrigerer Basis um 84,7 Prozent.
Pflichtverhandlungen zu Sparmaßnahmen gestartet
Angesichts der Zahlen hat Audi Pflichtverhandlungen über Sparmaßnahmen und Stellenabbau aufgenommen. Im Fokus steht das Werk Neckarsulm – ohne tragfähiges Sparkonzept droht nach Unternehmensangaben die Schließung. Experten warnen vor bis zu 50.000 gefährdeten Arbeitsplätzen in der Region. Die geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich weiter verschärft, hieß es vom Konzern: Hohe Kraftstoffpreise, intensiver Wettbewerb, steigender Exportdruck aus China und die Auswirkungen der US-Zölle erhöhten den Druck auf die gesamte Autoindustrie.
Was ist noch unklar?
- Konkreter Zeitplan und Umfang der geplanten Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen
- Ob und wie schnell die Modellwechsel bei A1 und Q2 den Absatz wieder stabilisieren
- Wie sich die US-Zollpolitik unter der neuen Administration weiterentwickelt
- Ob die positiven E-Auto-Zahlen in Deutschland und China nachhaltig sind
Quellen
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