Apple verzichtet in der EU auf HomeView – Streit um Kundendaten für KI-Rivalen
Apple bringt sein neues Smart-Home-Display HomeView in der Europäischen Union nicht auf den Markt. Grund ist ein Streit mit der EU-Kommission über den Zugang von KI-Konkurrenten zu Daten von Apple-Kundinnen und -Kunden. Für die USA, Großbritannien, Australien, Kanada, Indien und Neuseeland ist der Marktstart am 13. November geplant, der Preis liegt bei 299 US-Dollar.
Was HomeView leisten soll
Das Gerät hat laut Apple ein 7-Zoll-Display und soll als Tisch- oder Wandmodell erscheinen. Es soll Smart-Home-Geräte wie Überwachungskameras, Thermostate oder Türschlösser steuern, Musik und Videos abspielen und FaceTime-Videoanrufe ermöglichen – ohne zum iPhone greifen zu müssen. Eine KI-Assistentin („Siri AI“) ist an Bord. Bis zu sechs Haushaltsmitglieder soll das Gerät per Gesichtserkennung erfassen und die angezeigten Inhalte entsprechend anpassen.
Der_dma-Konflikt als Ursache
Kernpunkt des Streits ist nach Darstellung der Süddeutschen Zeitung, dass die EU-Kommission von Apple unter dem Digital Markets Act (DMA) gleichen Zugang zu den Daten der Kundschaft für Wettbewerber verlangt, damit Apple sein eigenes Produkt nicht bevorteilt. Apple lehnt das unter Verweis auf die Datensicherheit ab und zieht es vor, die KI-Siri nicht in die EU zu bringen. Bei der HomeView-Ankündigung hieß es vom Konzern, man arbeite „konstruktiv mit der EU zusammen, um eine Lösung zu finden“ (SZ).
Damit bleibt die KI-Siri auch auf iPhone und iPad in der EU nicht verfügbar – sie ist dort wegen der Kontroverse mit der Kommission ohnehin blockiert. Ein Gerät, dessen Bedienung im Kern über diese Assistentin läuft, schließt Apple für europäische Haushalte daher aus.
Begleitgeräte und Home Collection
Bei der gleichen Produktvorstellung stellte Apple außerdem den HomePod mini 2 in fünf Farben vor (169 Euro, Versand ab 30. Oktober 2026). Erstmals soll sich damit ein Surround-Setup aus bis zu vier der kleinen Lautsprecher aufbauen lassen, in Verbindung mit dem neuen Apple TV 4K. Die vierte Generation der TV-Box bringt laut Apple den A19-Prozessor mit bis zu 50 Prozent mehr Systemleistung sowie drei integrierte Mikrofone; der Preis liegt bei 349 Euro, der Versand beginnt am 13. November. Die Leistungsangabe ist eine Herstellerangabe.
Ebenfalls neu ist die „Home Collection“, eine mit LG Electronics und Schneider Electric entwickelte Serie aus Überwachungskameras, Thermostaten, smarten Türschlössern und einer Videotürklingel. Sie soll sich mit dem iPhone einrichten und über die Apple-Home-App gesteuert werden. Verkaufsstart soll Anfang 2027 sein; Preise sind bislang nur in US-Dollar genannt.
Warum das für Deutschland relevant ist
Für europäische Haushalte bedeutet das: Die Steuerung des vernetzten Zuhauses bleibt an iPhone und iPad gebunden, die KI-gestützte Sprachsteuerung fehlt. Konkurrenten wie Google und Amazon bieten laut SZ bereits seit Jahren ähnliche Display-Geräte an. Bei der Home Collection ist offen, ob sie nach Europa kommt – die Quelle nennt keine europäische Verfügbarkeit.
Was noch unklar ist
Offen bleibt, ob und wann eine DMA-Einigung eine europäische Einführung möglich macht. Auch die Preise der Home Collection in Euro sowie ihre Ausstattung für den europäischen Markt sind nicht genannt. BILD schrieb zunächst nur, ein Europa-Start stehe noch nicht fest, ohne die Datenschutzfrage zu nennen; die SZ nennt sie als Grund für den Verzicht in der EU.
Termine im Überblick
- 30. Oktober 2026: Versandstart HomePod mini 2
- 13. November: Start von HomeView und Apple TV 4K in den sechs genannten Ländern
- Anfang 2027: geplanter Verkaufsstart der Home Collection
Quellen
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