Android-Erdbebenwarnung jetzt in 213 Regionen – Deutschland nicht genannt, Japan bleibt außen vor
Google weitet Erdbebenwarnungen auf 213 Regionen aus
Google hat am Donnerstag, 15. Oktober 2026 (Ortszeit), den Ausbau seines Erdbeben-Warnsystems für Android angekündigt. Das "Android Earthquake Alerts System" deckt damit nicht mehr 98, sondern 213 Regionen ab – ein Sprung um mehr als das Doppelte. Diese Zahl setzt sich aus 175 Ländern und 38 Überseegebieten wie Guam, Puerto Rico und Grönland zusammen.
Wie die Warnung entsteht
Die Smartphones sind bei diesem System die Messgeräte: Ihre Beschleunigungssensoren erfassen Erschütterungen und melden diese samt ungefährer Position an Googles Server. Weil ein einzelnes Gerät nicht zwangsläufig ein Erdbeben erspürt, wertet Google erst die zusammenlaufenden Daten vieler Geräte aus. So lässt sich auch dort ein Beben erkennen, wo ein eigenes seismisches Netz dünn ist. Nach Unternehmensangaben kommen dafür weltweit über zwei Milliarden Android-Geräte infrage – beteiligt sind freilich nicht alle. Bisher hat Google nach eigener Aussage mehr als eine Milliarde Warnungen versendet.
Drei Alarmstufen
Je nach erwarteter Bebenstärke erscheinen unterschiedliche Meldungen: "Be Aware" bei leichter Erschütterung, "Be Ready" bei stärkerem Beben und "Take Action" bei mittleren bis starken Erschütterungen. Die letzte Variante nutzt den kompletten Bildschirm, um Verhaltenshinweise zu vermitteln. Laut der offiziellen Google-Hilfe werden Warnungen ab einer Magnitude von 4,5 versendet, und das Handy benötigt WLAN oder mobile Daten. In den US-Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington werden die Meldungen nach Angaben von CNET Japan nicht aus den Gerätesensoren, sondern aus dem Messnetz "ShakeAlert" gespeist.
Was die Ausweitung ausmacht
Der zeitliche Verlauf zeigt, wie schnell das System gewachsen ist: Der Start war im August 2020 in Kalifornien, 2021 folgten Griechenland und Neuseeland, im September 2023 waren es mehr als 95 Länder, im September 2024 die gesamten USA. Neu hinzugekommen sind nun unter anderem Panama und Guatemala, Großbritannien, die Niederlande, nordeuropäische Länder, Singapur, Vietnam, Kambodscha sowie viele afrikanische Staaten. Der Nutzen liegt laut Google darin, Warnungen auch dort zu ermöglichen, wo gut ausgebaute Observatorien fehlen – für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das mehr Vorlaufzeit für Schutzmaßnahmen.
Was noch unklar ist
Deutschland ist in keiner der beiden Meldungen als neues oder bereits versorgtes Gebiet genannt, eine vollständige Länderliste fehlt in den Quellen. Ob deutsche Nutzer die Funktion bereits nutzen können, lässt sich daraus nicht ableiten. Ebenfalls unklar ist, wie Google mit Regionen verfährt, in denen andere Behörden eigene Warnsysteme betreiben. Bei Japan sind die Angaben eindeutiger: Zum Stand 16. Oktober führt Japan Googles Liste der versorgten Gebiete nicht auf, dort läuft weiterhin die Erdbeben-Frühwarnung der Japanischen Meteorologischen Behörde als Notfall-Mail – nach einem anderen Verfahren als Googles Sensornetz. Google weist außerdem selbst darauf hin, dass nicht jedes Erdbeben erkannt wird, Stärkeabschätzungen fehlerhaft sein können und die Warnung gelegentlich erst nach Beginn des Bebens eintrifft.
Wie es weitergeht
Die Umstellung auf die neuen Regionen hatte am 15. Oktober begonnen und soll innerhalb einer Woche abgeschlossen sein. Parallel baut Google die Stufe "Be Ready" aus: Eine Karte des erfassten Gebiets, die geschätzte Magnitude, Verhaltenshinweise sowie ein Knopf für weitere Erdbebeninformationen sollen in den kommenden Monaten hinzukommen.
Quellen
- 世界中のAndroidスマホが「地震計」に 史上最大の観測網 200超の国と地域に拡大japan.cnet.com
- 一気に倍!Android「地震アラート」提供地域拡大jetstream.blog
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